Champions League : Der BVB verpasst das Wunder

Mit einer 0:1-Heimniederlage scheidet Borussia Dortmund im Achtelfinale der Champions League aus. Harry Kane bringt Tottenham Hotspur in die Spur.

Die Entscheidung. Tottenhams Harry Kane (M.) trifft, BVB-Torwart Roman Bürki fliegt vergebens, Manuel Akanji kann nur zuschauen.
Die Entscheidung. Tottenhams Harry Kane (M.) trifft, BVB-Torwart Roman Bürki fliegt vergebens, Manuel Akanji kann nur zuschauen.Foto: Ina Fassbender/dpa

Eine halbe Stunde war gespielt im Dortmunder Stadion, da offenbarte sich das ganze derzeitige Dilemma des gastgebenden BVB. Die anstürmenden Borussen passten und liefen, passten und schossen, sie probierten alles in jener Phase des Achtelfinales in der Champions League gegen Tottenham Hotspur, um das so wichtige 1:0 zu erzielen. Sie trafen auch alles – nur eben das Tor nicht. Vor allem Hugo Lloris, Tottenhams Torwart, bremste Borussias Bemühungen aus – und damit auch das erhoffte Wunder. 0:1 (0:0) endete das Duell schlussendlich. Harry Kane erzielte kurz nach der Halbzeit das Tor des Abends. Das war natürlich zu wenig für den BVB, der das Hinspiel 0:3 verloren hatte.

An Engagement mangelte es den Borussen nicht, die Richtung hatte schon ihr Trainer Lucien Favre vorgegeben, der neben Kapitän Marco Reus, Mario Götze, Jadon Sancho auch Paco Alcacer in der Offensive aufgeboten hatte. Nichts weniger als ein Wunder wollten die Dortmunder Spieler am Dienstagabend vollbringen, weil sie ein solches nun mal brauchten. Sie mühten sich von Beginn an, rannten viel, investierten viel, aber nicht kopflos. Zwischenzeitlich stürmten sie, aber dies mit Maß und Mitte. Das Gros der 66 099 Zuschauer im ausverkauften Stadion unterstützte sie dabei mit dem gebotenen Enthusiasmus und pfiff, wenn die weiß gekleideten Gäste den Ball führten. Oft stöhnten die schwarz-gelben Anhänger aber auch verzweifelt auf, wenn einer der vielen Versuche mal wieder nicht im Tor landete – trotz der so guten Gelegenheiten.

Harry Kane macht den Unterschied aus

Vor allem nach etwas über einer halben Stunde hätten die Dortmunder ihre Ausgangslage verbessern müssen. Julian Weigl, per Kopf und im Nachschuss, vergab aus kurzer Distanz zwei Chancen, ehe Marco Reus eine auf ihn gespielte Ecke mit vollem Risiko aufs Tor drosch. Es wäre ein Traumtor geworden, doch Tottenhams Verteidiger Davinson Sanchez krümmte seinen Rücken und lenkte den Ball knapp übers Tor. Auch Mario Götze und Jadon Sancho, die beide am herausragenden Lloris scheiterten, blieb das Glück verwehrt.

Die auf Konter lauernden Nordlondoner besaßen nur eine echte Torchance in der ersten Hälfte. Der enteilte Heung-Min Son schoss kurz vor der Dortmunder Drangphase links am BVB-Tor vorbei; wohl nur deshalb, weil ihm Marius Wolf von hinten noch einen kleinen Schubser mitgegeben hatte.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schock. Moussa Sissoko passte scharf auf Harry Kane, der jene Kaltschnäuzigkeit bewies, die den Dortmundern fehlte. Gegen den wuchtigen und platzierten Schuss war Dortmunds Torwart Roman Bürki machtlos. Die zuvor vor Energie strotzenden Borussen wirkten fortan wie ein Elektroauto ohne Strom. Nur noch schwerfällig schoben sie ihre Attacken an, im Wissen, dass sie nun fünf Tore in einer Halbzeit für das Weiterkommen erzielen mussten. Ein aussichtsloses Projekt. „Auf Wiedersehen“, sangen die Gästefans. (Tsp)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben