Champions League : Entscheidung über Ronaldo-Sperre am 27. September

Juventus Turin siegt zum Auftakt in Valencia, doch danach gibt es nur noch ein Thema: Schiedsrichter Felix Brych und die Rote Karte für Cristiano Ronaldo.

TNicht zu fassen. Cristiano Ronaldo nach seinem Platzverweis.
TNicht zu fassen. Cristiano Ronaldo nach seinem Platzverweis.Foto: Jose Jordan/AFP

Cristiano Ronaldo weinte und Italiens Presse wütete gegen den deutschen Schiedsrichter. Als „Beleidigung für den Fußball“ empfand die Zeitung „Tuttosport“ den Platzverweis gegen Cristiano Ronaldo, den Felix Brych in Absprache mit seinem Torrichter Marco Fritz ausgesprochen hatte. Das erste Champions-League-Spiel des Portugiesen für Juventus Turin dauerte für ihn nicht einmal eine halbe Stunde. „Das soll Rot sein? Wir sind doch keine Frauen, ehrlich“, sagte Ronaldos Teamkollege, der deutsche Nationalspieler Emre Can, nachdem er sich beim Bezahlsender Dazn die Szene angeschaut hatte. Einen Videobeweis gibt es in der Champions League nicht.

Ronaldo konnte es einfach nicht fassen, saß kopfschüttelnd auf dem Rasen des FC Valencia, kämpfte mit den Tränen und musste sich auch noch von den spanischen Fans verhöhnen lassen. Er hatte sich dazu hinreißen lassen, dem gegnerischen Abwehrspieler Jeison Murillo kurz in die Haare zu greifen, nachdem dieser nach einem Zweikampf mit dem Portugiesen theatralisch zu Boden gegangen war.

Valencias Torwart Neto gestikulierte wild, ein Rudel bildete sich um Ronaldo. Brych beriet sich mit Fritz – und zeigte Rot. „Unglückliches UCL-Debüt von Ronaldo für Juventus: Der deutsche Schiedsrichter Brych schickt den Portugiesen nach einer vermeintlichen Tätlichkeit vom Platz“, schrieb sogar die Uefa selbst in ihrem Liveticker zum Spiel, das Juventus trotz mehr als einstündiger Unterzahl mit 2:0 gewann. „Ohne Cristiano war es eine echte Herausforderung für uns“, sagte Trainer Massimiliano Allegri.

Ronaldo könnte Rückkehr nach Manchester verpassen

Sollte Ronaldo nun womöglich für zwei Spiele gesperrt werden – eine Entscheidung darüber fällt erst am 27. September –, würde er seinem Klub auch im Gastspiel bei Manchester United fehlen. Bei jenem Verein, in dem der mittlerweile 33 Jahre alte fünfmalige Weltfußballer zum Superstar heranreifte. „Wir alle lieben ihn, aber wenn du so was machst, fliegst du wahrscheinlich vom Platz“, zitierten englische Zeitungen den ehemaligen United-Spieler und Bundesliga-Profi Owen Hargreaves am Donnerstag.

Nie zuvor sah Ronaldo in der Champions League die Rote Karte. Das französische Fußball-Magazin France Football zählte per Klickstrecke am Donnerstag aber schon mal die bisherigen zehn Platzverweise Ronaldos auf – davon waren vier jeweils Gelb-Rote Karten.

Felix Brych war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ohnehin gilt laut den Statuten der Uefa: „Die Offiziellen dürfen keine Interviews geben oder öffentliche Erklärungen über während Uefa-Spielen getroffene Entscheidungen abgeben.“ Für den 43-jährigen Brych war es der erste große internationale Einsatz seit der enttäuschend verlaufenen Weltmeisterschaft. Er hatte in Russland nur ein Spiel pfeifen dürfen. (dpa)

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