Champions League : Platini rückt von Versprechen ab

Nur zwei Monate nach seiner Wahl zum Uefa-Präsidenten ist Michel Platini von zentralem Wahlkampf-Versprechen abgerückt: Die Anzahl der Teilnehmer pro Land wird doch nicht auf drei begrenzt.

Hamburg - Nach einem Bericht des "Kicker" geht dies aus einem Papier hervor, das unter anderen dem Vorstandschef des deutschen Meisters FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zugesandt wurde.

Bislang stellen die drei Spitzenreiter der Uefa-Fünfjahreswertung (England, Spanien, Italien) bis zu vier Teilnehmer in der Fußball- Königsklasse. Platini hatte angekündigt, Vereinen aus kleineren Verbänden den Zugang zur Champions League zu erleichtern und dafür den Zugang für Top-Clubs zu beschränken. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Bundesliga gehabt, die derzeit zwei fixe Startplätze hat und einen Qualifikanten entsenden kann. Beim Wahl-Kongress im Januar in Düsseldorf hatte Platini wohl auch viele Stimmen aus den so genannten kleinen Ländern erhalten.

Dennoch soll der Modus der Champions League reformiert werden. In der Qualifikation könnten demnach künftig schon Vertreter aus den Spitzenverbänden aufeinander treffen. "Es wird schwieriger für die deutschen Clubs. Da kriegst Du in Zukunft die erste Garde", sagte Rummenigge. Bislang spielte der Bundesliga-Dritte in der letzten Qualifikationsrunde gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner. Mit einer Entscheidung ist nicht vor September zu rechnen. Eine Umsetzung ist nicht vor der Saison 2009/10 geplant. (tso/dpa)

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