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Claus-Dieter Wollitz verlässt Cottbus : Der FC Energie verliert den letzten Hoffnungsträger

Der FC Energie Cottbus verliert sein Gesicht Claus-Dieter Wollitz. Der Trainer und der Fußball-Regionalligist trennen sich zum Jahresende.

Claus-Dieter Wollitz steht bei Energie nicht mehr an der Seitenlinie.
Claus-Dieter Wollitz steht bei Energie nicht mehr an der Seitenlinie.Foto: imago images/Steffen Beyer

Die Mitteilung fiel kurz und nüchtern aus – und sie kam überraschend. Claus-Dieter Wollitz, der fordernde, bei den Fans geliebte und zugleich polarisierende Fußballlehrer, ist im kommenden Jahr nicht mehr Trainer von Energie Cottbus.

Noch am Donnerstagabend hatte der Verein bekanntgegeben, dass die Entscheidung über Wollitz’ Zukunft erst im nächsten Jahr fallen solle. „Alles Weitere wird über den Jahreswechsel hinaus final besprochen und nach endgültiger Entscheidungsfindung auf einer Pressekonferenz in der zweiten Januar-Woche kommuniziert werden“, hieß es da noch. Am Freitag ging dann aber alles ganz schnell.

Interne Meinungsverschiedenenheiten

Wie der Lausitzer Verein am Freitag mitteilte, hätten sich die Verantwortlichen des Regionalligisten und Wollitz am Freitagmittag zusammengesetzt „und sind dabei zu der Erkenntnis gekommen, den noch bis Sommer 2020 laufenden Vertrag per 31.12.2019 im beiderseitigen Einvernehmen aufzulösen“. Interimsmäßig soll Nachwuchsleiter Sebastian König den Cheftrainer-Posten übernehmen. Näher wollte sich der Klub dazu nicht äußern.

"Pele", wie der 54-Jährige schon seit seiner aktiven Zeit als Profi genannt wird, macht Schluss, weil er einen Vertrauensverlust spürte. Die Mammutaufgabe, den FC Energie wieder für höhere Aufgabe zu rüsten und möglichst in die Dritte Liga zurückzuführen, wird nicht leichter. „Ich möchte jetzt nicht nachtreten. Aber zuletzt hat das Vertrauen in meine Person gefehlt. Deshalb musste ich diese Entscheidung jetzt so treffen. Sie war alternativlos, um den sportlichen Erfolg nicht zu gefährden“, sagte Wollitz der „Lausitzer Rundschau“.

Wollitz lehnte ein Angebot ab

Zuletzt war öffentlich immer wieder über das Verhältnis zwischen Wollitz und der Vereinsführung diskutiert worden. Der Trainer hatte die Anerkennung für seine Arbeit vermisst. Der Verein hatte ihm eine zweijährige Verlängerung seines Vertrages angeboten, die Wollitz die gleichen Bezüge und die gleiche Machtfülle als Trainer und Sportdirektor garantieren sollte. Es kam nicht dazu.

„Es war eine ganz schwere Entscheidung für mich, letztlich ist es eine traurige Entscheidung. Ich bedauere den Schritt, weil ich an dieser Mannschaft hänge“, sagte Wollitz.

Nach dem Drittliga-Abstieg musste Wollitz im vergangenen Sommer ein völlig neues Team aufbauen. Jetzt geht Energie als Spitzenreiter der Regionalliga-Nordost in die Winterpause. Wollitz war 2016 zum zweiten Mal zum FC Energie gekommen, nachdem er von 2009 bis 2011 die Lausitzer bereits zu Zweitligazeiten betreut hatte. 2011 führte Wollitz den FC Energie bis ins Halbfinale des DFB-Pokals, verlor dort aber gegen den MSV Duisburg. (Tsp/dpa)

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