Denkwürdiges Pokalspiel gegen Dynamo Dresden : Hertha hat Herz!

Hertha BSC lieferte beim 8:7 gegen Dresden einen Pokalfight, der lange nachklingen wird. Das Team zeigte klar, was es diese Saison auszeichnet. Ein Kommentar.

Nah dran: Davie Selke (links) und Thomas Kraft jubeln nach Herthas Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals.
Nah dran: Davie Selke (links) und Thomas Kraft jubeln nach Herthas Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals.Foto: Annegret Hilse/REUTERS

Es gibt Fußballabende, an die erinnert man sich auch Jahre später noch ganz genau. Für die Fans von Hertha BSC war der 30. Oktober 2019, eben jener abgelaufene Mittwochabend so einer. Da feierten sie einen 8:7-Erfolg nach Elfmeterschießen über Dynamo Dresden. 8:7! Genau.

Mehr Worte bräuchte es jetzt eigentlich gar nicht. Aber es war eben auch darüber hinaus ein denkwürdiges Spiel, das nicht zuletzt offenbarte, wie reizvoll der Wettbewerb um den DFB-Pokal immer noch ist.

Weil im Fußball doch nicht nur das Geld gewinnt. Weil der Zweitligist aus Dresden mithalten konnte und zweimal in Führung lag. Weil die Berliner trotzdem nicht aufgaben. Weil das Olympiastadion an einem eisigen späten Abend beinahe ausverkauft war. Und weil die Hälfte der Zuschauer wenn auch nicht alle auf die feine Art die schwarz-gelben Sachsen unterstützte und nicht die blau-weiße Hertha.

Dass der Gastgeber letztlich siegte, mag glücklich gewesen ein. Aber es war längst nicht unverdient. Schließlich zeigte die Mannschaft erneut, was sie auszeichnet. Hertha in der Saison 2019/2020 steht bisher dafür, wirklich fußballerisch überzeugen zu wollen. Und für einen unbedingten Willen. Kurz gesagt: Hertha hat Herz.

Wie sonst ist es zu erklären, dass Jordan Torunarigha, der zuvor angeschlagen über den Rasen gehumpelt war, in der Nachnachnachspielzeit der Verlängerung seine Berliner noch ins Elfmeterschießen drosch? Als schon alle am Ende waren und die Dresdner sich wie die sicheren Sieger gefühlt haben müssen? Es kam anders.

Dynamo Dresden wird im Nachgang sicherlich auch buchstäblich bezahlen müssen für die vielen unverbesserlichen Zündler, die praktische das ganze Spiel lang Pyrotechnik im Block abbrannten. Und Hertha? Hat sich im Pokal, wie der nächste Gegner, bestens eingestimmt auf die Aufgabe in der Bundeliga. Es spricht vieles für einen weiteren erinnerungswürdigen Abend. Beim Derby gegen den 1. FC Union in der Alten Försterei. Am Samstag, dem 2. November 2019.

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