• "Der Mann, der nie die Tour de France gewann": Früherer Radrennfahrer Raymond Poulidor ist tot
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"Der Mann, der nie die Tour de France gewann" : Früherer Radrennfahrer Raymond Poulidor ist tot

Raymond Poulidor galt im Radsport als ewiger Zweiter, sein Name wurde in Frankreich zum geflügelten Begriff. Nun ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.

Raymond Poulidor bei der Tour de France 1976.
Raymond Poulidor bei der Tour de France 1976.Foto: AFP

Der beliebte französische Radrennfahrer Raymond Poulidor ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie vom Mittwoch im Alter von 83 Jahren an seinem Wohnort Saint-Léonard-de-Noblat im Südwesten Frankreichs. Poulidor hatte in Frankreich einen Ruf als ewiger Zweiter. So galt er als "der Mann, der nie die Tour de France gewann".

Dafür siegte er in den 60er und 70er Jahren bei bekannten Radrennen wie Mailand-Sanremo, Paris-Nizza und bei der Spanien-Rundfahrt. Er beendete seine Laufbahn, nachdem er 1976 im Alter von 40 Jahren Dritter bei der Tour de France geworden war.

Berühmt und unvergessen sind die Bilder seines Ellenbogenduells bei der Tour de France 1964: Jacques Anquetil und Poulidor strampelten verbissen Schulter an Schulter den Puy de Dome hoch. Poulidor gewann am Ende zwar die Etappe, aber gegen seinen großen Rivalen wieder nicht die Frankreich-Rundfahrt - stattdessen war Anquetil der erste Rad-Profi, der fünfmal die Tour für sich entschied. Poulidor schaffte es zwar insgesamt achtmal in Paris auf das Treppchen, trug aber nie das Gelbe Trikot.

Raymond Poulidor verfolgte die Tour de France auch nach seinem Karriereende - hier nimmt er an einer Siegerehrung im Jahr 2013 teil.
Raymond Poulidor verfolgte die Tour de France auch nach seinem Karriereende - hier nimmt er an einer Siegerehrung im Jahr 2013...Foto: REUTERS/Eric Gaillard

Poulidor selbst sah seinen speziellen Ruhm mit Humor: Sein Name sei in Frankreich ein geflügelter Begriff, sagte er zu seinem 80. Geburtstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wenn jemand Zweiter wird - beim Boule-Spiel etwa - ist er ein 'Poulidor'", sagte der Rennfahrer. Nach dem Sportler ist auch der "Poulidor-Effekt" benannt. Er bezeichnet einen Verlierer, der sympathischer wirkt als der Gewinner.

Seine Frau Gisèle sagte, ihr Mann habe an Herzproblemen und Erschöpfung gelitten. Poulidor hatte deshalb seit Anfang Oktober im Krankenhaus gelegen. „Poupou, für immer ein gelbes Trikot in den Herzen der Franzosen“, twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (AFP/dpa)

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