Sport : Deutsche Männer erreichen bei der Tischtennis-EM das Finale

Jörg Petrasch

Belgrad - Dimitri Owtscharow strahlte wie ein kleiner Junge, der gerade sein langersehntes Fahrrad bekommen hatte. Doch der 18-jährige Tischtennisspieler aus Tündern im Weserbergland war es selbst, der sich beschenkte. In seinem fünften Länderspiel blieb Owtscharow nicht nur weiter ohne Niederlage, sein 3:2-Auftaktsieg gegen den Polen Lucjan Blaszczyk im Mannschafts-Halbfinale der EM in Belgrad war sein mit Abstand wichtigster Erfolg. Damit gab er das positive Signal für das gesamte Team um den Weltranglisten-Vierten Timo Boll, das schließlich durch ein 3:0 gegen Polen das heutige Finale gegen Kroatien erreichte. Der Traum vom doppelten Endspiel für die Deutschen erfüllte sich aber nicht. Die Frauen unterlagen im Halbfinale 1:3 gegen Ungarn, müssen mit Bronze zufrieden sein.

Jedes der drei Männer-Spiele wurde vor leeren Rängen in der 20 000 Zuschauer fassenden Arena von den Deutschen nur mit zwei Punkten Vorsprung im Entscheidungssatz gewonnen. Zudem wehrten sie insgesamt fünf Matchbälle ab – drei davon allein Owtscharow beim 7:10 im fünften Satz. „Ich habe immer an meine Chance geglaubt, beim Tischtennis darf man nie aufgeben“, sagte der EM-Debütant.

Mit Genugtuung sah Timo Boll die Leistung des Jüngsten. „Ich habe schon vorher gedacht, dass er hier eine wichtige Rolle spielen könnte“, sagte der zweimalige Weltcupsieger. Männer-Bundestrainer Richard Prause hob jedoch ausdrücklich Boll hervor, auf dem als Europas Nummer eins immer ein enormer Druck laste. „Timo hat heute gegen Daniel Gorak nicht optimal gespielt, hat zwei Matchbälle abgewehrt und das Spiel gewonnen. Das macht einen Klassespieler aus“, sagte er.

Den dritten Punkt holte Christian Süß gegen seinen Düsseldorfer Bundesliga-Kollegen Bartosz Such. Im klarsten Spiel des Halbfinales gewann Süß mit 11:9 im fünften Satz.

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