• DFB-Nationalmannschaft: Die Brasilien-Pleite macht für Bundestrainer Löw einiges einfacher

DFB-Nationalmannschaft : Die Brasilien-Pleite macht für Bundestrainer Löw einiges einfacher

Gegen Brasilien hat DFB-Coach Joachim Löw gesehen, dass die zweite Reihe die erste noch nicht adäquat ersetzen kann. Ein Problem? Im Gegenteil. Ein Kommentar.

Joachim Löw beim Spiel gegen Brasilien
Joachim Löw beim Spiel gegen BrasilienFoto: AFP/ROBERT MICHAEL

In der Analyse zum Brasilien-Spiel hat Joachim Löw ein von ihm zuvor nie gehörtes Wort verwendet. Neben mangelnder Körpersprache und Dominanz vermisste der Bundestrainer bei seinen Spielern das „Verantwortungsgefühl“. Ein großes Wort, und in diesem Fall, ein schwerer Vorwurf.

Aber halt, niemand muss die Nerven verlieren. In gewisser Weise kam die seltsame Wackligkeit des Weltmeisters mit Ansage. Es war ja auch nicht der Weltmeister, der spielte. Nur Boateng, Kroos und Draxler haben vor vier Jahren das 7:1 im WM-Halbfinale auf dem Rasen erlebt. Jetzt lief gegen Brasilien eine B-Elf auf. Löw weiß selbst, dass sich aus seinem Kader nicht zwei gleichstarke Formationen bilden lassen.

Wenige Tage zuvor hatte die deutsche A-Elf gegen Spanien recht gut gespielt, zumal die Südeuropäer vom Freitag stärker waren als die Südamerikaner vom Mittwoch. Bereits die Testspiele im Herbst gegen England und Frankreich hatten gezeigt, dass gegen Gegner aus dem obersten Regal Spieler wie Hummels, Khedira, Müller und Özil ran müssen.

Richtig ist, dass Deutschland über eine stattliche Anzahl ganz hervorragender Talente verfügt. Und natürlich wird Löw für die kommende WM auch auf die Goretzkas und Sanés zurückgreifen. Punktuell eingesetzt, werden sie funktionieren. Nur eben noch nicht im halben Dutzend.

Die Annahme, dass die Titelverteidigung für Deutschland nach dem Gewinn des Confed-Cups im vorigen Sommer nur Formsache sei, ist so irrig wie Franz Beckenbauers Aussage, wonach die Weltmeister-Mannschaft von 1990 nach dem Zusammenschluss mit den Ostfußballern auf Jahre unschlagbar sei. Schon dafür war der Dienstag gut. Von den aufstrebenden Spielern wird niemand mehr aufmucken. Der schwache Auftritt hat Löws Arbeit eher erleichtert denn erschwert.

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