• DFB präsentiert eine Lösung für zwei Jahre : Regionalliga-Reform: Ein bisschen von allem

DFB präsentiert eine Lösung für zwei Jahre : Regionalliga-Reform: Ein bisschen von allem

Bisher gibt es für den Aufstieg in die Dritte Liga Relegationsspiele. Bald gibt es immer noch Relegation. Aber dazu auch Direktaufstieg - und ein Losverfahren. Und in zwei Jahren soll wieder alles anders sein. Ein Kommentar.

Sebastian Schlichting
1860 München spielt in der Regionalliga. Und, das steht fest: Werden die Löwen Meister, müssen sie in die Relegation.
1860 München spielt in der Regionalliga. Und, das steht fest: Werden die Löwen Meister, müssen sie in die Relegation.Foto: dpa

Eines muss man dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) lassen: Kreativität ist auf jeden Fall vorhanden. Lange spielten die Meister der fünf Regionalligen (und ein Zweiter) eine unsägliche Relegation, um Aufsteiger zu ermitteln. Da hatten aber wenigstens alle den identischen Nachteil. Ab kommender Saison wird das Ganze endgültig skurril: In Sachen Aufstieg wird unter anderem ein Losverfahren ins Programm genommen. Früher gab es beim Loseziehen Stoffhunde oder eine Kaffeemaschine, heute die Chance auf den Drittliga-Aufstieg.

Diese höchst merkwürdige Lösung ist auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB beschlossen worden, als Übergang für zwei Spielzeiten. Der Meister aus dem mitgliederstarken Südwesten steigt auf. Der Nordosten hat in der kommenden Saison auch ein automatisches Aufstiegsrecht. Dazu wird vorab ausgelost, welcher Regionalliga-Meister aus den Ligen Nord, West und Bayern hoch darf. Die anderen beiden Ersten spielen in der Relegation um den letzten Aufstiegsplatz. Ein Jahr später bekommen die beiden Meister der „Losverlierer“-Ligen das direkte Ticket zur Dritten Liga.

Kompliziert? Ja. Absurd? Auch. Es sollte eine Lösung her. Nun ist sie da. Gut ist sie nicht. Weniger Chancengleichheit geht kaum. Im extremsten Fall steht ein Verein früh im April als Aufsteiger fest – ein anderer acht Wochen später nach den Aufstiegsspielen. Und hier geht es nicht um die Qualifikation für die nächste Runde beim Dorfsportfest, sondern um den Aufstieg in die Dritte Liga. Der aus finanziellen und sportlichen Gesichtspunkten für ambitionierte Vereine so eminent wichtig ist.

Alles nur temporär

Das Beste am vorliegenden Beschluss ist, dass er nur temporär Bestand haben wird. Fraglich bleibt, ob es danach besser wird. Die Auflösung der Regionalliga Nordost beispielsweise ist nicht vom Tisch. Eine Expertenkommission soll eine dauerhafte Lösung finden. Leicht wird das nicht. Momentan beherrschen viele Einzelinteressen die Szenerie. Gepaart mit wenig Bereitschaft, im Sinne des Fußballs eigene Befindlichkeiten zurückzustellen. Aber elementare Dinge wie ein Aufstiegsrecht für jeden Meister sind unabdingbar. Sicher ist mit Blick auf das noch auszuarbeitende Modell eins: Schlechter kann es kaum werden.

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