Die Fragen an den Spieltag : Gedanken, Gedanken, Gedanken

Was wird aus Labbadia? Wer steht im Regen? Und wer wird wechseln? Unsere Fragen an den Spieltag – und die nicht immer ganz ernst gemeinten Antworten.

Mit Abstiegskampftrainer Bruno Labbadia in die Champions League... das geht nur beim VfL Wolfsburg.
Mit Abstiegskampftrainer Bruno Labbadia in die Champions League... das geht nur beim VfL Wolfsburg.Foto: imago/regios24

Wer muss sich in naher Zukunft Gedanken machen?

Viele Fußballtrainer wie Bruno Labbadia, der sich schon jetzt gedanklich darauf vorbereitet: "In naher Zukunft werde ich mir Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll", sagte er. "Und auch der Verein wird sich seine Gedanken machen." Statt im Abstiegskampf zu versumpfen, greift Wolfsburg nämlich die Champions-League-Plätze an. Mit Abstiegskampftrainer Bruno! So gedankenlos kann man eine Saison eigentlich gar nicht planen. Konsequenterweise stehen die Zeichen laut "Kicker" auf Trennung.

Wer macht sich keine Gedanken?

In Liga drei empfängt der Zweite Karlsruhe den Ersten Osnabrück. Das Duell steigt im teilweise schon abgerissenen Wildparkstadion bzw. "in der geilsten Baustelle der Stadt", wie der KSC wirbt. Dumm nur, dass die geile Baustelle nur eine überdachte Ersatztribüne bekommt. Zu teuer, findet die Stadt, die vielleicht auch beleidigt ist, weil die "geilste Baustelle der Stadt" die Stadt selbst ist. In Karlsruhe gibt es in diesem Jahr 500 (!) Baustellen. Ein weiteres Projekt würde den Rahmen wohl sprengen, was für den KSC in Liga drei kein Problem wäre, in Liga zwei aber schon. Da dürfen nicht so viele Fans im Regen sitzen wie eine Klasse tiefer. Warum diese Zweiklassengesellschaft bestehen muss, weiß nur die DFL. Fest steht: Ohne weiteres Dach ist die Zweitligalizenz gefährdet. Das wussten sie beim KSC zwar, haben sich aber keine Gedanken gemacht. Zumindest keine durchdachten.

Wer kommt auf andere Gedanken?

Wenn der Drittletzte Stuttgart den Vorletzten Hannover zum Krisengipfel in der Bundesliga bittet, steht 96-Manager Heldt im Mittelpunkt. Klubchef Kind findet: "Diese Mannschaft ist von Breitenreiter und Heldt zusammengestellt worden, die beiden haben mir immer gesagt: Machen Sie sich keine Gedanken. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben." Zum Glück kennt Heldt eine Anti-Druck-Strategie, er war ja mal Meistermanager beim VfB (2007): "Natürlich erinnert sich jeder gerne daran und es gibt den schwachen Moment, in dem man mal darüber nachdenkt."

Wer könnte sich bald Gedanken machen?

Nicht nur Trainer und Manager machen sich Gedanken – auch ihre Spieler tun es. Gladbachs Matthias Ginter zum Beispiel hat sich vor dem Topspiel gegen die Bayern wechselhafte Gedanken gemacht und ist zu dem Schluss gekommen: "Ein Wechsel um des Wechsels willen ist nicht mein Ding." Man darf annehmen, dass sich Gladbachs Manager Eberl nun erst recht Gedanken macht. Über den Gang von Ginters Gedanken.

Wo sind die Gedanken frei?

Am Samstag darf Barça bei Real antreten. Besonders Luis Suárez freut sich. 18 Mal lief er bisher im Bernabéu auf und traf dort auch 18 Mal. Letztmals im Pokalhalbfinale am Mittwoch, als Suárez per Panenka-Gedächtnis-Elfer zum 3:0-Endstand einlupfte. Von den Lippen des Reals-Kapitäns Sergio Ramos war kurz danach abzulesen: "Lasst sie nicht sechs Tore erzielen." Was er da wohl erst gedacht haben mag?

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