Sport : Die Fremden sind so nah

Richard Leipold

Das Revier, unendliche Weiten im Fußball-Universum – könnte man meinen. Aber alles liegt so nah beieinander: Das Schalker Ringen um den Titel oben, der Abstiegskampf der Antipoden Dortmund und Bochum unten. Zuletzt stolperten Schalke und Dortmund, die großen Klubs des Ruhrgebiets, als vereinigte Verlierer durch den Alltag. Vor den Dortmundern türmt sich sogar der VfL Bochum als ernst zu nehmender Gegner auf – gewissermaßen als Großmacht des Existenzkampfes. Die Bochumer stehen noch schlechter da, wissen aber von jeher, was auf sie zukommt.

Derweil fühlen die Schalker sich, hoch oben, noch sicher. Zwei Heimniederlagen binnen einer Woche, was soll’s – noch können sie aus eigener Kraft Meister werden. Kein Grund, eine Krise auszurufen, findet Trainer Mirko Slomka. Aber auch kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen.

Vor sechs Jahren blieb Schalke nur der inoffizielle Titel „Meister der Herzen“. Falls sie die Meisterschaft nun abermals verspielen, werden sie diesen Trostpreis nicht gewinnen. Dafür hat Schalke vor lauter Ehrgeiz und Professionalität zu viel von seinem Charme eingebüßt. Während in Gelsenkirchen nichts mehr improvisiert wirkt, bekommt Borussia Dortmund am sportlichen Abgrund wieder menschliche Züge. Immerhin.

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