Sport : Die Halle ist der Star

Claus Vetter

Die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga ist vorbei. Die Stars der Saison hießen Kölnarena, SAP-Arena und Color-Line- Arena. Wieder einmal haben die Klubs mit den Großarenen ihren Zuschauerschnitt gesteigert. Nicht nur das: Inzwischen steht auch in der Tabelle vorne, wer eine moderne Arena hat. Wer dagegen Anhänger eines in unteren Tabellenregionen rangierenden Klubs ist, muss es schon rustikal mögen und sollte in einem zugigen Eisstadion wie in Augsburg winterfest sein. Für den dort beheimateten Klub ist die Saison bereits beendet – ebenso für den völlig abgeschlagenen Tabellenletzten EV Duisburg. Die Duisburger spielten seit Wochen, was sie wollten, siegten mal 3:0 in Köln und verloren dann 0:8 in Köln. Druck gab es nicht für sie: Die Play-offs konnte Duisburg nicht mehr erreichen und die Drohkulisse Abstieg gab es in dieser Saison erstmals nicht mehr.

Die Klubs wollen Planungssicherheit. Es wäre ein Desaster für den Betreiber einer Arena, wenn sein Klub absteigen würde. Neu in die Liga kommen soll nur, wer die passende Halle hat. Augsburg oder etwa Straubing werden geduldet, aber nicht gemocht – erst recht nicht, wenn sie sich auch noch beschweren wie Erich Kühnhackl. „Es kann nicht sein, dass eine schöne Halle wichtiger ist als der Sport“, findet der Trainer aus Straubing. Doch es ist längst so.

Moderne Halle, kommender Meister? Das immerhin würde erklären, warum die Eisbären im Wellblechpalast diesmal nicht weit zu kommen scheinen: Sollten die Berliner nicht Meister werden, können sie sich aber mit der Zukunft trösten. 2008 spielen sie am Ostbahnhof in der modernsten Arena Europas. Seite 19

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben