Die wichtigsten WM-Infos für Donnerstag : Kroatiens Plan: Alle auf Messi

Nach dem 1:1 gegen Island muss Argentinien sich am Donnerstag bei der Fußball-WM beweisen. Außerdem: Dänemark – Australien, Frankreich – Peru. Unser Beipackzettel für Tag 8.

Tobias Finger
Kann doch nicht wahr sein: Lionel Messi im Auftaktspiel gegen Island.
Kann doch nicht wahr sein: Lionel Messi im Auftaktspiel gegen Island.Foto: imago/ULMER Pressebildagentur

Für Millionen Bundestrainer wäre das ein Traum: In Australien dürfen die Fans online über die Startelf gegen Dänemark abstimmen – leider unverbindlich. Nach dem knappen Sieg gegen die Socceroos muss Frankreich gegen Peru seinem Favoritenstatus gerecht werden. Und Lionel Messi ist am Abend gefordert: Elfmeter verschossen im ersten Spiel, doch die Kroaten sind durchaus Kandidaten für rustikale Fouls im Strafraums. Facts und Fun Facts für WM-Tag 8, Donnerstag, 21. Juni.

DÄNEMARK – AUSTRALIEN, Gruppe C, Samara, 14 Uhr, live im ZDF

Dänemark

Krankenstand: Erstes Verletzungspech bei Dänemark. William Kvist zog sich beim Auftaktsieg gegen Peru eine Rippenverletzung zu, wird bei der WM nicht mehr eingreifen können und ist schon zurück in der Heimat. Für ihn dürfte Lasse Schöne in die Startelf rücken, der schon gegen Peru für Kvist ins Spiel kam. Nachnominieren ist übrigens nur bis 24 Stunden vor dem ersten Spiel erlaubt.

Klatsch und Tratsch: Menschen, die Royal Wedding schauten, gefällt auch: die besondere Beziehung zwischen Dänemark und Australien. Mary Donaldson, seit ihrer Hochzeit mit Kronprinz Frederik Kronprinzessin von Dänemark, ist nämlich Aussie. Und trotzdem sehr beliebt in der dänischen Bevölkerung. Von wegen Krieg den Palästen.

Taktik: Dänemarks Erfolgsrezept: Elf Mann gegen den Ball. Das führt zu beeindruckenden Serien. 16 Spiele ungeschlagen, fünf Mal hintereinander zu null. Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften?

Aufstellung: Schmeichel - Dalsgaard, Kjaer, Christensen, Stryger Larsen - Schöne, Delaney - Poulsen, Eriksen, Sisto - Dolberg

Australien

Achtung! „Ich war von Anfang an kein Fan“, sagte Trent Sainsbury nach der Niederlage gegen Frankreich über den Videobeweis, der dem Gegner den Elfmeter zum 1:0 bescherte. „Wenn Entscheidungen für dich fallen, bist du glücklich, fallen sie gegen dich, bist du es nicht.“ Offensichtlich.

Stammtischwissen: Skandal! Mile Jedinak, Torschütze gegen Frankreich, heißt eigentlich gar nicht Mile. Tatsächlich gaben ihm seine Eltern die Vornamen Michael John. Wegen seiner kroatischen Wurzeln nannten ihn aber immer alle Mile. Noch schöner ist allerdings sein zweiter Spitzname: „the beard to be feared“.

Im Internet: Was in Deutschland nur verschiedene Online-Medien machen, übernimmt in Australien der Verband höchstpersönlich: Auf der Website der Socceroos können die Fans über die Startelf gegen Dänemark abstimmen. Aber wir müssen alle Hobby-Jogis enttäuschen: Die Ergebnisse der Abstimmung sind nicht verbindlich.

Aufstellung: Ryan - Risdon, Sainsbury, Milligan, Behich - Jedinak, Mooy - Leckie, Rogic, Arzani - Juric

Video
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FRANKREICH – PERU, Gruppe C, Jekaterinburg, 17 Uhr, live im ZDF

Frankreich

Stammtischwissen: Les Bleus testen scheinbar gerne technologische Innovationen. Im ersten Gruppenspiel gegen Australien sorgte zum ersten Mal bei einer WM der Videobeweis für eine Entscheidungsumkehr, 2014 in Brasilien feierte die Torlinientechnologie ihre Premiere bei einem Schuss von Karim Benzema gegen Honduras.

Historisches: Frankreich ist seit sieben WM-Spielen gegen Gegner aus Südamerika ungeschlagen. Zuletzt verlor die Equipe Tricolore 1978 gegen Argentinien in der Gruppe. Allerdings: Von den letzten vier Spielen endeten drei mit einem torlosen Unentschieden. Heute hoffentlich nicht.

Konflikt: „Wie man gegen Australien gesehen hat, gab es Momente, in denen ich ein bisschen übertrieben habe“, gab Linksverteidiger Lucas Hernandez auf einer Pressekonferenz Zeitspiel zu. „Ich sage immer, ich mache meinen Job. Ich versuche, alles zu geben.“ Im Liegen, mit schmerzverzerrtem Gesicht, nach einem Trikotzupfer.

Aufstellung: Lloris - Pavard, Varane, Umtiti, Hernández - Kanté, Pogba - Mbappe, Griezmann, Dembélé - Giroud

Peru

Historisches: Zeit zu treffen! Das letzte Tor für Peru bei einer Weltmeisterschaft schoss Guillermo la Rosa am 22. Juni 1982, also fast auf den Tag genau vor 36 Jahren. Das Endergebnis gegen Polen damals: 1:5. Noch vier Jahre länger her ist der letzte Sieg bei einer WM: 1978 gab es in der Gruppenphase ein 4:1 gegen den Iran.

Taktik: Eine der spannendsten Fragen vor Anpfiff: Wird Paolo Guerrero in Perus Startelf stehen? Der positiv auf ein Abbauprodukt von Kokain getestete und später begnadigte Stürmer könnte statt Jefferson Farfán die vorderste Lin(i)e bilden. Für den Fall sollten sich die Zuschauer schon mal auf fliegende Trinkflaschen einstellen.

In der Heimat: Miguel F. hat 25 Kilogramm zugenommen, um Peru bei der WM in Russland im Stadion zu sehen. Da alle anderen Tickets ausverkauft waren, fraß sich der Peruaner wochenlang voll, um Karten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kaufen zu dürfen. Schwellwert: ein BMI von 35. Fette Sache, Miguel.

Aufstellung: Gallese - Advincula, Rodriguez, Ramos, Trauco - Cartagena, Yotun - Carrillo, Cueva, Flores - Guerrero

Video
Argentinien unter Druck: 'Nächstes Spiel von größter Bedeutung'
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ARGENTINIEN – KROATIEN, Gruppe D, Nischni Nowgorod, 20 Uhr, live im ZDF

Argentinien

Konflikt: Die argentinischen Fans in Russland sind geteilter Meinung über den verschossenen Elfmeter von Lionel Messi gegen Island. „Selbstverstänldich vergebe ich ihm“, sagt einer. Ein anderer findet: „Falls Messi gegen Kroatien nicht aufdreht, soll er wieder nach Spanien gehen und niemals zurückkommen.“

Stammtischwissen: Das WM-Stadion in Nischni Nowgorod ist ganz in Blau und Weiß gehalten, genau wie die Farben der „Albiceleste“, der Weiß-Himmelblauen. Was in Argentinien die Farben des Himmels sind, steht im Stadion Nischni Nowgorod für Wasser und Wind. Dürfte den Fans allerdings egal sein.

Im Internet: Das Social-Media-Duell geht eindeutig an Argentinien. Insgesamt 8,5 Millionen Follower auf Twitter, Facebook und Instagram sind mehr als elfmal so viele wie Kroatiens rund 772.000. Aber auch online dreht sich alles um Lionel Messi: Auf Facebook und Instagram kommt er auf über 178 Millionen.

Aufstellung: Caballero - Salvio, Otamendi, Rojo, Tagliafico - Mascherano, Biglia - Meza, Messi, Di Maria - Aguero

Kroatien

Wechsel: Mittelgroßes Erdbeben im kroatischen Lager: Trainer Dalic schickte am Dienstag Nikola Kalinic nach Hause. Wegen Rückenproblemen, die der Stürmer allerdings auch als Begründung heranzog, seine Einwechslung gegen Nigeria zu verweigern. Und in einem Test gegen Brasilien. Und im Training.

Klatsch und Tratsch: Nischni Nowgorod, 30 Grad, leichter Wind: Ante Rebics Frisur sitzt. Der Kroate von DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt hat sich seinen Frankfurter Frisör ins Teamhotel nach Kaliningrad bestellt. Die Gelegenheit ließen sich die Kollegen nicht entgehen: Rakitic wurde blondiert, Perisic bekam das Nationalwappen einrasiert.

Taktik: Alle auf Messi: „Wenn wir ihn stoppen können, haben wir eine gute Chance“, sagt Rebic. Tatsächlich fokussiert sich Argentiniens Angriffsspiel immens auf „la pulga“, den Floh. Kroatiens Messi-Experte heißt Ivan Rakitic, Kollege bei Barça. Dalic ernannte ihn für die Vorbereitung zum Spezialassistenten im Training.

Aufstellung: Subasic - Vrsaljko, Lovren, Vida, Strinic - Rakitic, Modric - Rebic, Kramaric, Perisic - Mandzukic

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