Diskussion über Anstoßzeiten : Zweite Liga am Samstagabend? Das muss nicht sein

Die Zweitligisten haben sich laut "Sport Bild" mehrheitlich für eine weitere Anstoßzeit ausgesprochen. Keine gute Idee, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Fanproteste gegen Anstoßzeiten gibt es schon lange. Hier in Bielefeld.
Fanproteste gegen Anstoßzeiten gibt es schon lange. Hier in Bielefeld.Foto: picture alliance / dpa

Die Fußball-Zweitligaklubs haben sich laut „Sport Bild“ bei einem Treffen in Frankfurt am Main mit großer Mehrheit für ein Spiel am Samstagabend ausgesprochen. Samstagabend? Da spielt doch bis nach 20 Uhr die Bundesliga. Scheint für die Zweitligisten kein Problem zu sein. Sie wollen ihr Spiel nach der Ersten Liga stattfinden lassen.

Das alles hätte eine halbwegs charmante Note, wenn dafür im Gegenzug die Abschaffung des bei den Fans unbeliebten Spiels am Montagabend eine Option wäre. So wie unlängst vom 1. FC Union gefordert. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ebenfalls eine große Mehrheit der Klubs habe sich für die Beibehaltung ausgesprochen. Frei nach dem Motto: Einer geht noch! Beziehungsweise eine. Nämlich eine Anstoßzeit mehr. Aus vier mach fünf. Die Deutsche Fußball-Liga soll beim Verkauf der TV-Rechte für die Zeit ab der Saison 2021/22 über den Samstagabend-Termin verhandeln, sofern es sich finanziell lohnt.

Bisher ist das nur ein Wunsch der Vereine. Es ist zu hoffen, dass es dabei bleibt. Natürlich würden sich genügend Interessierte finden, die einschalten, wenn – wovon auszugehen ist – eine attraktive Paarung auf dem Plan steht. Beispiele aus der aktuellen Saison: Dresden gegen Magdeburg oder Köln gegen den HSV, das hätte Klang.

Rückkehr um Mitternacht

Aber schauen wir doch mal auf die, für die Fußball vor allem im Stadion stattfindet.  Auch bei jenen soll es einige geben, die den Samstagabend mit Freunden oder der Familie verbringen wollen. Und das nicht erst ab 23 Uhr. Zudem wäre der Termin eine Zumutung für die Fans von morgen. Für Kinder. Abpfiff kurz vor halb elf, Heimweg, da wird es schnell Mitternacht, bis Papa und seine Kleinen zu Hause ankommen. Oder auch nicht, weil sie aufgrund der späten Anstoßzeit gar nicht losgehen.

Vor dem Hintergrund, dass das große Geld über die TV-Rechte erwirtschaftet wird, könnten diese Argumente als vernachlässigenswert eingestuft werden. Aber wenn irgendwann alle nur noch aus der Ferne per Fernsehen oder Internet dabei sind, wird es in den Stadien ganz schön langweilig. Und das kann auch nicht im Sinne derer sein, die das Produkt Profi-Fußball möglichst teuer verkaufen wollen.

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