Ein Treffen alter Bekannter : Im Wasserball fordert Potsdam die WF Spandau

An diesem Freitag beginnen die Halbfinals, Potsdam empfängt die Wasserfreunde Spandau 04, während Waspo Hannover auf die White Sharks trifft.

Ferdinand Korbel vom OSC Potsdam.
Ferdinand Korbel vom OSC Potsdam.Foto: promo

Vier Mannschaften sind noch im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Was im Normalfall heißt, dass vier Mannschaften Meister werden können. Doch André Laube, der Sportliche Leiter des OSC Potsdam, verschwendet daran keinen Gedanken: "Die Mannschaft wird natürlich alles geben. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen, Spandau wird ins Finale einziehen. Unser Ziel ist der dritte Platz." Das ist keine Tiefstapelei, sondern eine Beschreibung der fest zementierten Verhältnisse im deutschen Wasserball.

An diesem Freitag beginnen die Halbfinals, Potsdam empfängt im ersten von zwei Spielen die Wasserfreunde Spandau 04 (20.30 Uhr, Sportbad blu), während im anderen Halbfinale Waspo Hannover in einem Stadtduell auf die White Sharks trifft. Wenn sich nicht völlig unvorhergesehene Dinge abspielen, lautet das Finale danach Spandau gegen Waspo. So wie in den vergangenen drei Jahren.

Abstand verkleinern

Erst kommen die beiden Spitzenteams, dahinter eine große Lücke und dann die restlichen Bundesligisten. Dieses Feld führte zuletzt zweimal der OSC auf dem Bronzerang an. Neben der Wiederholung des Erfolgs gibt es ein weiteres Ziel, das nicht in einer Abschlussplatzierung messbar ist: "Wir wollen den Abstand zu Spandau und Waspo verkleinern", sagt Laube. Ob das im Halbfinale gelingt, bleibt abzuwarten: "In dieser Phase der Saison wird Spandau maximal motiviert sein."

Allerdings ist der aktuelle Meister auch maximal gefordert – nach fast sechs Monaten Pause wegen der Coronakrise. Am Dienstag war Spandau 04 in der Schwimmhalle Schöneberg mit einem 12:10-Sieg gegen Waspo erfolgreich in die Saison gestartet, die im März abgebrochen worden war und nun im Schnelldurchlauf unter dem Dach des Deutschen Schwimm-Verbandes ausgetragen wird. In den kommenden gut zwei Wochen stehen im Höchstfall sieben Spiele an. Daher dürften im Halbfinale einige Stammspieler auch mal eine Pause erhalten.

Treffen alter Bekannter

OSC Potsdam gegen die Wasserfreunde, das ist ein Nachbarschaftsduell, die beiden nah an den Hallen am Brauhausberg und in Schöneberg gelegenen S-Bahnhöfe sind nur 35 Minuten voneinander entfernt. Die Nachbarn kennen sich gut, in der Vergangenheit gab es immer wieder Zweitspielrechte. Bis zur vorigen Saison galt das für Lukas Küppers und Ferdinand Korbel, die bei beiden Mannschaften eingesetzt werden konnten. Inzwischen spielen sie nur noch beim OSC.

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"Zum Teil sind die Spieler auch untereinander befreundet, das wird ein Treffen alter Bekannter", sagt Laube. Spandaus Präsident Hagen Stamm und Andreas Ehrl, Abteilungsleiter der Potsdamer Wasserballer und deren Hauptsponsor, haben früher gemeinsam viele Titel mit den Wasserfreunden geholt. Der ehemalige Spandauer Torwart Alexander Tchigir ist zudem schon lange Trainer in Potsdam.

Sehr gute Jugendarbeit

"Potsdam hat vor allem eine sehr gute Jugendarbeit und bringt immer wieder starke Talente hervor", sagt Stamm. Die Mehrzahl der Spieler des Bundesligakaders hat sportliche Wurzeln beim OSC. Und auf der Facebookseite findet sich unter "Erfolge" eine sehr lange Liste, in der vorwiegend herausragende Platzierungen von Nachwuchsteams stehen.

Beim OSC hat Vorstandsmitglied Laube in Sachen Wasserball alles miterlebt, darunter nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2008 zahlreiche Spiele gegen die Wasserfreunde. Einen Sieg gab es bisher nicht. Bei der Frage nach engen Spielen muss Laube kurz überlegen. Aber dann fallen ihm einige ein, insbesondere die erste Halbfinalpartie im Mai 2019.

Spandau führte 4:0, doch Potsdam kämpfte sich heran, "kurz vor Schluss waren wir nur ganz knapp hinten", sagt Laube. Auf der Webseite hieß es nach dem 9:12: "OSC ärgert den Favoriten." Das möchte Potsdam auch diesmal. Ein kleiner Toreabstand, das wäre schon was.

Wegen der Corona-Bestimmungen stehen im Sportbad blu nur etwas mehr als 80 Zuschauerplätze zu Verfügung. Ticketinteressenten können sich vorab per Mail an wasserball-potsdam@t-online.de wenden.

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