Eisbären Berlin : Die Kulisse war noch das Beste

14.000 Zuschauer verfolgen das Spiel der Eisbären gegen Köln, das mit einer deftigen Pleite für die Berliner endet.

Und los geht es. Alexander Oblinger (in Weiß) trifft zum 1:0 für die Kölner, Eisbären-Torwart Kevin Poulin ging zwei Gegentore später dann entnervt vom Eis.
Und los geht es. Alexander Oblinger (in Weiß) trifft zum 1:0 für die Kölner, Eisbären-Torwart Kevin Poulin ging zwei Gegentore...Foto: imago/Christian Thiel

Wenn vor einigen Tagen die Diskussion aufkam, dass die Eisbären ein Zuschauerproblem haben könnten, dann lässt sich seit Freitag sagen: Das ist nicht der Fall. 13.930 Zuschauer fanden zum Heimspiel gegen Köln den Weg in die Arena am Ostbahnhof. Am Dienstag waren nur 7610 gegen Straubing gekommen, was aber dann doch an Attraktivität von Gegner und Tag gelegen haben sollte. Doch die Zuschauer, die am Dienstag kamen, hatten wahrscheinlich mehr Spaß als die Eisbären-Fans am Freitag.

Gegen Straubing gab es ein 4:0 der Berliner, gegen die Kölner Haie dagegen ein 0:4 (0:3, 0:0, 0:1) – in einem Spiel der Deutschen Eishockey-Liga, in denen den Eisbären so gut wie gar nichts gelingen wollte. Und somit hatten die Berliner zwar kein Zuschauerproblem, dafür aber ein Ergebnisproblem.

Wenn es um die Neubesetzung des verwaisten Bundestrainer-Postens ging, dann wurden zuletzt so ziemlich alle deutschen Trainer aus DEL und DEL2 genannt, sogar Thomas Popiesch. Obwohl der für gewöhnlich in Bremerhaven nicht einen einzigen Spieler im Aufgebot hat, der in Deutschland das Schlittschuhlaufen erlernt hat. Nur ein Name fiel im Zusammenhang mit der Nachfolge von Marco Sturm nicht: Haie-Trainer Peter Draisaitl. Dabei wäre das naheliegend, allein aufgrund seiner Vita als Spieler und Draisaitls Nähe zur National Hockey League, in der sein Sohn Leon schon in jungen Jahren ein Star ist.

Die Berliner verloren ihre Linie schon im ersten Drittel

Aber vermutlich kam sein Name nicht ins Spiel, weil er mit den Haien doch lange Zeit am Rand des in Köln Erträglichen havarierte. Draisaitls Demission schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dann aber lief es plötzlich doch ganz solide. Vor dem Spiel in Berlin hatten die Haie in acht Spielen 17 von 24 Punkten geholt. Die Eisbären traten übrigens mit der gleichen Bilanz an. Nur spielten sie nicht so, ihre Linie verloren die Berliner schon im ersten Drittel. Da kamen die Kölner recht einfach zu drei Treffern.

Alexander Oblinger traf bei Kölner Überzahl, Kai Hospelt dann wenig später nach einem Konter. Wieder im Powerplay der Haie gelang Sebastian Uvira das 3:0. Womit dann auch der Arbeitstag von Kevin Poulin vorbei war. Der Berliner Torwart setzte sich im zweiten Drittel auf die Bank, Maximilian Franzreb kam ins Tor und rettete mit einigen guten Paraden das 0:3 ins letzte Drittel. Bei den Eisbären lief nämlich nichts zusammen, es fehlte an körperlicher und geistiger Frische. Köln war immer einen Schritt schneller.

Eisbären-Center Colin Smith sagte in der zweiten Pause: „Uns fehlt ein Momentum, uns fehlt ein schnelles Tor.“ Das Momentum war dann für die Berliner tatsächlich greifbar nah, im letzten Drittel hatten sie eine 5:3-Überzahl, die dann Eisbären-Stürmer Sean Backman mit einem dümmlichen Foul im Kölner Drittel jäh beendete. So konnte das natürlich nichts werden. Oblinger traf wenig später zum 4:0 für die Haie.

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Was das Ergebnis aus Berliner Sicht heißt, ist die Frage. Köln rauschte in der Tabelle an den Eisbären vorbei, die nun am Sonntag beim Tabellenführer Adler Mannheim antreten müssen. Das dürfte eine ganz schwere Aufgabe für die Mannschaft von Trainer Clement Jodoin werden – nach den jüngsten Eindrücken eine kaum lösbare Aufgabe. Aber vielleicht war Köln auch nur ein Ausrutscher, wie er in einer langen Saison passieren kann.

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