Eisbären-Torwart Marvin Cüpper : Mehr als nur Ersatz

In Augsburg wird Marvin Cüpper am Sonntag wohl wieder nur auf der Bank sitzen. Aber sollte er doch gebraucht werden, ist auf ihn Verlass.

Mittendrin. Marvin Cüpper ist eine feste Größe bei den Eisbären.
Mittendrin. Marvin Cüpper ist eine feste Größe bei den Eisbären.Foto: Sören Stache/dpa

Am Sonntag wird Marvin Cüpper wohl wieder seinen angestammten Platz einnehmen müssen. Wenn die Eisbären in Augsburg bei den Panthern antreten (19 Uhr/live bei telekomsport.de), sitzt der zweite Torwart der Berliner aller Voraussicht nach auf der Spielerbank. Das Warten auf eine Chance gehört zum besonderen Anforderungsprofil eines Ersatzgoalies in der Deutschen Eishockey- Liga. Und wenn dann diese Chance da ist, gilt es sofort bereit zu sein.

So wie am Freitag, als Cüpper beim mühsamen 2:1-Sieg der Eisbären gegen Straubing eine tadellose Leistung zeigte. Nur zweieinhalb Minuten fehlten dem 23-Jährigen zum Shutout, einem Spiel ohne Gegentor. Das hat in dieser Saison noch nicht einmal Petri Vehanen geschafft. „Er hätte sich das verdient gehabt, Marvin hat einen guten Job gemacht“, lobte Uwe Krupp.

Der Trainer der Eisbären muss sich in dieser Spielzeit keine Sorgen um die Position hinter Vehanen machen. Wann immer Cüpper zum Einsatz kam, hat er überzeugt. Und das war in dieser Saison häufiger der Fall als noch vor einem Jahr – was sich auszahlt. „Weil ich mehr Einsätze bekomme, ist es auch einfacher, im Rhythmus zu bleiben“, sagt Cüpper. Fünf Spiele hat er bislang bestritten und dabei nur acht Gegentreffer kassiert.

Mit Vehanen verbindet ihn Cüpper ein kollegiales Verhältnis

Bei den Fans hat sich Cüpper längst in die Herzen gespielt. Am Freitagabend feierten sie den Torwart mit Sprechchören. Entsprechend gelöst war Cüpper auch später im Gespräch mit den Journalisten. Auch hier hat er sich weiterentwickelt, ein Zeichen gewachsenen Selbstvertrauens. „Natürlich ist auch angenehmer in dieser Saison, weil es bei der Mannschaft läuft“, sagt er. Gegen Straubing war das bei den Eisbären zwar nicht dauerhaft der Fall, aber zumindest defensiv brannte wenig an. Grundsätzlich hat Cüpper gern viel zu tun, aber wenn vor ihm Schüsse geblockt werden, ist es ihm auch recht.

Natürlich profitiert Cüpper auch von der Torhütersituation im Team. Maximilian Franzreb ist in der Hierarchie nach unten gerutscht und spielt in dieser Saison ausschließlich beim Kooperationspartner in Weißwasser. So kann sich Cüpper ganz auf seine Rolle als Back-up in Berlin konzentrieren. Mit Vehanen verbindet ihn dabei ein kollegiales Verhältnis. „Wir reden viel miteinander, er gibt mir auch Tipps – aber natürlich nicht während des Spiels.“

So selbstbewusst ist Cüpper inzwischen, auch wenn er weiß, dass er sich im Training immer wieder anbieten. Für die nächste Chance, die irgendwann ganz sicher auf ihn wartet.

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