Eishockey : Macht was draus!

Der Gewinn der olympischen Silbermedaille ist eine große Chance für das deutsche Eishockey. Mit guter Arbeit an der Basis kann dieser Erfolg von Pyeongchang noch wachsen. Ein Kommentar.

Dann doch. Die Spieler aus Deutschland feiern die Silbermedaille.
Dann doch. Die Spieler aus Deutschland feiern die Silbermedaille.Foto: Michael Kappeler/dpa

Lumpige 55 Sekunden waren noch zu spielen. Nicht mal eine Minute noch, und Deutschland wäre Olympiasieger im Eishockey geworden. Und dann haben sie es noch verloren, die Spieler, so unglücklich und doch mit so viel Größe. Das Finale der Deutschen gegen die Russen war eines für die Sportgeschichte. Das deutsche Team hat Silber und viele Sympathien für die Sportart gewonnen. Das geht einfach – mit Erfolg. Es ist dem deutschen Eishockey anzuraten, mit diesem Erfolg vernünftig zu arbeiten. Denn nun hat diese Sportart ihre Zukunft in der Hand.

Wer wusste schon vor ein paar Wochen außerhalb der Szene, wer Danny aus den Birken ist? Jetzt kennt halb Deutschland den Nationaltorwart. Und Christian Ehrhoff hat bei der olympischen Schlussfeier die Fahne getragen. Pyeongchang hat der deutschen Nationalmannschaft ein Gesicht gegeben, hat die Sportart, in Deutschland seit Jahren an den Rand gedrängt, wieder im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Ja, es gibt Eishockey in Deutschland und, ja, das ist ein schöner, spannender und elektrisierender Sport. Zum Spielen und zum Zuschauen.

Das ZDF-Sportstudio könnte durchaus auch mal Eishockey zum Thema machen

Millionen Menschen haben an einem Sonntagmorgen um fünf Uhr auf den Fernseher geschaut, um das Eishockeyteam zu sehen. Vor ein paar Jahren war das noch unmöglich und undenkbar. Zuletzt hatte der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Bogen um die Sportart gemacht. Das sollte sich nun auch ändern, das ZDF könnte angesichts der bald beginnenden Play-offs in der deutschen Liga durchaus in seinem „Aktuellen Sportstudio“ auch mal die Eishockey-Ergebnisse nennen. In Deutschland können sie schließlich nicht nur gut Fußball spielen, das offenbart einen Blick auf den Medaillenspiegel der Spiele eindeutig.

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Damit das deutsche Eishockey nicht wieder wie 1976 nach dem Bronze von Innsbruck 42 Jahre auf die nächste olympische Medaille warten muss, sollten die Vereine arbeiten, muss der Deutsche Eishockey-Bund reagieren und weiter sein Reformprogramm beim Nachwuchs vorantreiben. Mit guter Arbeit an der Basis kann dieser Erfolg von Pyeongchang noch wachsen.

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