EM-Qualifikation : Behörden verweigern "Problemfans" Einreise

Tschechische Grenzbehörden haben einen Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Prag bereits rund 50 deutsche "Problemfans" abgefangen.

Prag - Zwei mutmaßliche Hooligans seien erwischt worden, als sie von Bayern aus die "grüne Grenze" überschreiten wollten, sagte Polizeisprecherin Helena Fajrajzlova. Zudem seien am tschechisch-polnischen Übergang in Harrachov mindestens zehn Personen abgewiesen worden, die sich den Beamten gegenüber aggressiv verhalten hatten. In München haben die Behörden eine Meldepflicht gegen weitere rund 50 Personen verhängt, die sich 2005 an Ausschreitungen deutscher Randalierer in der Slowakei beteiligt hatten. Die Prager Behörden rechnen für das Spiel am Samstag mit bis zu 1000 deutschen Randalieren.

Als Reaktion auf "sehr harte Hinweise" aus der Hooligan-Szene verdoppelte die deutsche Bundespolizei mittlerweile ihre Präsenz in Prag. Rund 40 Angehörige, die in Zivil und vorwiegend als Berater tschechischer Kollegen auftreten sollen, seien nun vor Ort, sagte ein Sprecher. Nach Erkenntnissen der Bundespolizei sind bereits zahlreiche mutmaßliche Randalierer aus Deutschland in der tschechischen Hauptstadt. Auf einschlägigen Internet-Seiten tauchten sogar Privatfotos aus dem Innenraum des Stadions auf. Es sei unklar, wie die "Problemfans" in den vergangenen Tagen in das eigentlich gesperrte Stadion gelangen konnten, sagte der Sprecher. (tso/dpa)

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