EM-Qualifikation : Deutschland nur in Topf zwei: Das muss nicht schlecht sein

Das DFB-Team hat eine gute Ausgangslage verschenkt. Die erfolgreiche Qualifikation für die EM darf das nicht gefährden. Ein Kommentar.

Am 2. Dezember erfährt die deutsche Mannschaft, wer die Gegner in der EM-Qualifikation sind.
Am 2. Dezember erfährt die deutsche Mannschaft, wer die Gegner in der EM-Qualifikation sind.Foto: dpa

Deutschland gehört nicht mehr zu den zehn besten Teams in Europa. Von den zwölf Mannschaften der ersten Gruppe in der Nations League hat nur Island eine schlechtere Bilanz abgeliefert als das DFB-Team. Dieser Fakt ist an sich schon ziemlich verheerend für den viermaligen Weltmeister. Dazu kommt: Deutschland, bis Sommer noch Spitzenreiter der FIFA-Weltrangliste, wird bei der Auslosung zur EM-Qualifikation 2020 nicht im Topf der stärksten Teams sein. Ein tiefer Kratzer im Renommee. Aber sportlich sollten und dürfen sich daraus keine weiteren Beulen ergeben.

Wenn das inzwischen auf 24 Teilnehmer aufgeblasene EM-Feld etwas Positives für die großen Fußballnationen mit sich gebracht hat, dann folgendes: Ihre Qualifikation ist sehr wahrscheinlich, weil es der Erste und Zweite jeder Gruppe schaffen. Das, reden wir nicht drumherum, muss Deutschland gelingen.  

Frankreich statt Österreich?

Klar wäre es beruhigender, in guter Tradition den Schwergewichten – Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal oder den aufstrebenden Engländern – zu entgehen und als Gruppenkopf auf Österreich, Wales oder Bosnien-Herzegowina zu treffen. Diese angenehme Ausgangslage haben die DFB-Kicker verschenkt.

Aber vielleicht ist Topf zwei gar nicht so schlecht. So heißt es nicht von Beginn an in der Öffentlichkeit, ach ja, Quali, Selbstläufer. Die Mannschaft wird gefordert, muss zeigen, dass sie es besser kann als sie es über weite Strecken 2018 gezeigt hat. Und wird sich im Normalfall ohne größere Schwierigkeiten qualifizieren.

Eine der anspruchsvollsten Konstellationen wäre aufgrund der Zusammensetzung der Töpfe eine Gruppe mit Frankreich, Slowakei, Rumänien, Mazedonien und Lettland. Mal ehrlich: Gibt es ernsthafte Zweifel daran, dass Deutschland hier mindestens Zweiter wird? Es muss schließlich nicht immer ein Durchmarsch sein wie auf dem Weg zur WM 2018. Zehn Siege aus zehn Spielen, 43:4 Tore, nie war ein Team besser. Was der Rekord beim Turnier in Russland wert war, ist bekannt.  

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