Ende der Transferphase : Die skurrilen Blüten des Transfermarkts

Alle Jahre wieder führt das Ende der Transpherphase zu Schnellschüssen, Fehlkäufen und Kommunikationspannen. Unvergessen bleibt ein Spieler ohne Kreuzband.

Auf gute Zusammenarbeit: Kevin Trapp (l) und Cheftrainer Adi Hütter begrüßen sich während einer Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt.
Auf gute Zusammenarbeit: Kevin Trapp (l) und Cheftrainer Adi Hütter begrüßen sich während einer Pressekonferenz von Eintracht...Foto: Arne Dedert/dpa


So mancher Frankfurt-Fan dürfte am Freitag Schnappatmung bekommen haben. Am Morgen erst die Freude: Torhüter Kevin Trapp, der verlorene Sohn, kehrt von Paris St. Germain zurück zur Eintracht. Auf der Videoplattform Youtube war schon ein Clip mit dem Nationalspieler zu sehen, in dem er das Trikot von Eintracht Frankfurt in den Händen hält. Wenig später war das Video dann nicht mehr aufzufinden. Die Bestätigungen beider Vereine fehlten. Von einer Panne war die Rede.


Und die Angst des Frankfurter Anhang, dass es doch nichts werden würde mit Trapp, war durchaus gerechtfertigt. Das weiß man aus de Geschichte der Fußball-Wechsel, die gerade dann skurrile Blüten treibt, wenn wie am Freitag das sogenannte Transferfenster schließt. Dann nämlich muss es schnell gehen, was ein Problem ist, wenn es um Millionen geht und viele Menschen (Berater, Klubvertreter) einen Konsens finden müssen. So ließen sich schon Spieler in den Trikots von Vereinen ablichten, für die sie nie auflaufen sollten (Rafael van der Vaart, Andreas Köpke et al.). Der Klassiker der Transfer-Panne ist aber ein formeller Fehler, etwa ein Dokument, das zu spät verschickt worden ist oder bei dem – wie einst im Falle von Kevin Großkreutz – die entscheidende Unterschrift fehlte. Doch das sind noch die unspektakulärsten Bolzen, die der Transfermarkt auf der Zielgeraden hergibt.
Der Königstransfer Ende der neunziger Jahre beim VfB Stuttgart etwa war ein gewisser Didi aus Brasilien. Mehr als vier Millionen D-Mark teuer. Nur stellte sich kurz nach der Unterschrift heraus, dass dem Mann ein Kreuzband fehlte und er für den Bundesligafußball untauglich war. Vor diesem Hintergrund ist die Panne mit Trapp harmlos. Zumal schon am frühen Mittag das Video mit dem Torhüter wieder auf Youtube zu finden war. Dieses Mal gab es sogar eine Bestätigung der Vereine. An alle Frankfurter Fans also nochmals zur Beruhigung: Kevin Trapp spielt nächste Saison für euch. Und so weit man weiß, tut er das mit Kreuzbändern in den Knien.

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