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Europa-League-Aus für Bundesliga-Spitzenreiter : Gladbach scheidet nach spätem Gegentreffer aus

Ein spätes Tor kostet den Bundesliga-Spitzenreiter den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League. Der VfL Wolfsburg siegt hingegen und wird Gruppenzweiter.

Bedient: Lars Stindl und Borussia Mönchengladbach sind nicht mehr in der Europa League dabei.
Bedient: Lars Stindl und Borussia Mönchengladbach sind nicht mehr in der Europa League dabei.Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERS

Die Gladbacher Profis schauten fassungslos, Marcus Thuram zog sich schluchzend das Trikot über den Kopf. Der Bundesliga-Tabellenführer hat sich in der Europa League blamiert und ist nach einem Last-Minute-Schock als einziger deutscher Club erstmals in der Gruppenphase ausgeschieden. Die Borussia verlor am Donnerstagabend gegen Basaksehir aus Istanbul mit 1:2 (1:1) und rutsche in der Gruppe J von Platz eins noch auf den dritten Rang ab.

Fünf Tage nach dem Coup gegen den FC Bayern München brachte Thuram (33. Minute) Gladbach vor 40 046 Zuschauern zwar in Führung. Doch Irfan Can Kahveci (44.) nach einem Katastrophen-Fehler des bislang so starken Torwarts Yann Sommer und Enzo Crivelli (90.) drehten die Partie. Der türkische Herzensclub von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan jubelte dagegen über den ersten Einzug überhaupt ins Sechzehntelfinale.

Borussia Mönchengladbach beginnt mit dem Selbstverständnis eines Tabellenführers

„Das ist bitter für uns. Wir wollten unbedingt das Ziel erreichen, zu gewinnen und im nächsten Jahr dabei zu sein“, sagte Trainer Marco Rose bei RTL. Stefan Lainer äußerte beim Streamingdienst Dazn. „Es war komplett unnötig, dass wir nicht drei Punkte geholt haben. Wir hatten das Spiel komplett im Griff und haben zwei dumme, unnötige Gegentore bekommen.“

Die Gastgeber begannen mit dem Selbstverständnis eines Bundesliga-Tabellenführers, der am vergangenen Wochenende die Bayern geschlagen hat. Florian Neuhaus prüfte Istanbuls Torwart Mert Günok bereits nach vier Minuten. Trainer Rose hatte im Vergleich zum 2:1 gegen München etwas überraschend fünf Wechsel in der Startformation vorgenommen und seine Mannschaft in ein offensives 4-3-3-System sortiert. Unter anderem Ramy Bensebaini, gegen den Rekordmeister noch Doppeltorschütze, saß zunächst auf der Bank.

„Wir wollen dem ganzen Kader vertrauen“, hatte Rose beim Streamingdienst „DAZN“ gesagt und auf die vier Gladbacher Spiele innerhalb von zehn Tagen bis Weihnachten verwiesen. Rechtsverteidiger Lainer absolvierte den 50. Europapokal-Einsatz seiner Karriere, der Österreicher bereitete Thurams Führungstreffer mit einem starken Pass mustergültig vor.

Ein Torwartfehler wirft Borussia Mönchengladbach aus der Bahn

Defensiv waren die Borussen gegen die Gäste, die laut Rose über „hohe fußballerische Qualität“ verfügen und ein paar bekannte Altstars ihn ihren Reihen haben, eigentlich kaum gefordert. Rose, der 2018 mit Salzburg das Halbfinale der Europa League erreicht hatte, sah sich das Geschehen dick eingepackt zumeist auf der Gladbacher Bank sitzend an. Dann aber sah Sommer bei Kahvecis Schuss aus gut 30 Metern schlecht aus – und machte die Partie ohne Not wieder spannend.

Kurz nach dem Wiederanpfiff wurde Istanbul zudem etwas stärker. Die besseren Chancen verzeichnete aber weiterhin die Borussia. Patrick Herrmann hatte das zweite Gladbacher Tor auf dem Fuß. Er scheiterte aber am glänzend reagierenden Istanbuler Torwart (60.), der auch beim Distanzschuss von Thuram (75.) und Kopfball des eingewechselten Alassane Pléa (87.) zur Stelle war. Crivelli sorgte für Ruhe im Borussia-Park, Thuram traf im Anschluss noch den Pfosten (90.+2).

Der VfL Wolfsburg hat die Gruppenphase der Europa League hingegen mit einem Sieg abgeschlossen. Das Team setzte sich am Donnerstagabend gegen AS Saint-Etienne mit 1:0 (0:0) durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Paulo Otavio (52.). Die Wolfsburger standen schon vor dem Spiel als Teilnehmer der Zwischenrunde fest. Hinter dem KAA Gent (12 Punkte) belegte der VfL (11) Platz zwei in der Gruppe I. Dadurch droht den Niedersachsen im Sechzehntelfinale, das am Montag in Nyon ausgelost wird, ein schwer Gegner. (dpa)

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