Ex-Dortmund-Trainer : Tuchels langsamer Start bei PSG

Thomas Tuchel feiert beim Ligadebüt mit Paris einen Sieg, doch er will mehr. Das liegt auch an einem Kader, der sich erst im Aufbau befindet.

Typisch Tuchel. Der PSG-Trainer bleibt sich an der Linie treu - der Erfolg lässt aber noch auf sich warten.
Typisch Tuchel. Der PSG-Trainer bleibt sich an der Linie treu - der Erfolg lässt aber noch auf sich warten.Foto: Michel Euler/dpa

Der Einstand von Trainer Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain ist gelungen, aber im Weltklasse-Kader des französischen Fußballmeisters läuft noch längst nicht alles rund. Auf den Sieg im französischen Supercup folgte für das Team des früheren Dortmunder Coaches beim Saisonstart der Liga ein 3:0-Erfolg über SM Caen. Der 44-jährige Deutsche selbst sprach nach dem glanzlosen Sieg gegen den Außenseiter aus der Normandie von einer „guten Basis“. Das Urteil der Zeitung „Le Parisien“ nach Tuchels erstem Ligaspiel als PSG-Trainer lautete: „Eine sehr vielversprechende Baustelle.“

Tuchel ist die Hoffnung des PSG auf einen Champions-League-Erfolg

Seit Jahren strebt der Klub nach großen Zielen und sehnt sich nach einem Erfolg in der Champions League. Die Fans im Pariser Prinzenpark-Stadion nahmen den neuen Coach jedenfalls wohlwollend auf. Die Kurve begrüßte Tuchel mit einem „Willkommen“-Banner zu seinem Ligue-1-Debüt. Mit seinen schnellen Fortschritten beim Französischsprechen hat Tuchel, der seit Anfang Juli bei PSG im Amt ist, sich die Anerkennung der Medien errungen, auch wenn er bei manchen Fragen noch ins Englische wechselt oder einen Dolmetscher bemüht.

PSG spielte ohne den bei der WM verletzten Edinson Cavani und den jungen französischen Stürmerstar Kylian Mbappé, zwei Top-Torjäger der vergangenen Saison. Eine Reihe von WM-Teilnehmern ist erst vor Kurzem zum PSG-Training gestoßen. Tuchel schonte sie und schickte stattdessen junge Nachwuchsspieler aufs Feld, darunter den US-Amerikaner Timothy Weah.

Der Sohn von Klublegende George Weah erzielte kurz nach seiner Einwechselung das 3:0, sein erster Treffer in der Ligue 1. Insgesamt reichte dem Tuchel- Team eine eher mäßige Performance für einen klaren Sieg. „Ohne sich zu verausgaben. Ohne zu zittern. Ohne zu glänzen“, resümierte die konservative Zeitung „Le Figaro“. Neymar lief fünfeinhalb Monate nach seiner Fußverletzung erstmals wieder im Prinzenpark auf. Er ist nach der WM ebenfalls noch nicht wieder bei 100 Prozent angelangt, konnte aber sein erstes Tor der PSG-Saison verbuchen. Beim Supercup-Sieg gegen AS Monaco im südchinesischen Shenzen hatte Tuchel ihn bereits in der Schlussviertelstunde auf den Rasen geholt. Nun stand Neymar zwar von Anfang an auf dem Platz, wurde aber kurz vor Schluss ausgewechselt. Das Sportblatt „L'Équipe“ schrieb, man müsse noch abwarten, bis man darauf hoffen könne, den PSG „made in Tuchel“ zu sehen.

Tuchel macht Druck

Dass der Trainer selbst noch nicht zufrieden ist, zeigte sich schon an seinen Gestikulationen am Spielfeldrand. Immer wieder drängte er sein Team, Druck zu machen und Lücken zu schließen. Es gebe noch viel zu verbessern, sagte er hinterher. „Wir brauchen geschlossenere Linien, wir brauchen eine höhere Intensität bei Pässen, bei der Verteidigung und so weiter.“ Im Tor hatte Tuchel der italienischen Legende Gianluigi Buffon den Vorzug vor dem Deutschen Kevin Trapp gegeben. Der 40 Jahre alte Ex-Keeper von Juventus Turin war Anfang Juli zu PSG gewechselt.

Der deutsche Nationalspieler Julian Draxler saß zunächst auf der Bank und wurde in der 70. Minute für den Argentinier Angel di María eingewechselt. Mit Schalke-Profi Thilo Kehrer steht noch ein weiterer Deutscher nach Angaben seines bisherigen Klubs vor einem Wechsel zu PSG. Tuchel bestätigte den Transfer am Sonntagabend allerdings noch nicht. (dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar