Fan-Rückkehr im Sport : Es geht jetzt um einen vertretbaren Anfang

Die Infektionszahlen steigen wieder, der Sport bangt um die Rückkehr seiner Fans. Er sollte aber nicht drängeln. Nun ist Behutsamkeit gefragt. Ein Kommentar.

Bilder wie dieses will der Sport vermeiden.
Bilder wie dieses will der Sport vermeiden.Foto: imago/Eibner

Am Rande einer kleinen Veranstaltung im Hotel Bristol am Montag hat Berlins für den Sport zuständiger Innensenator Andreas Geisel mal einen richtigen Satz gesagt. „Ich finde, man sollte mit 5000 Zuschauern wieder anfangen.“ Es gehe nicht immer nur darum, Geld zu verdienen. Geisel war gefragt worden, ob Berlin tatsächlich bis 24. Oktober an der Obergrenze von 5000 Personen für Großveranstaltungen festhalte.

Hintergrund ist das Ende der Geisterspiele zum Start der neuen Fußball-Bundesligasaison im September. Von Hertha BSC hieß es, dann man unter diesen Umständen womöglich ganz auf Zuschauer verzichten wolle für die ersten zwei Heimspiele, da sich die Inbetriebnahme des Olympiastadions mit weniger als 15 000 Zuschauern nicht rechne.

[Jetzt noch mehr wissen: Mit Tagesspiegel Plus können Sie viele weitere spannende Geschichten, Service- und Hintergrundberichte lesen. 30 Tage kostenlos ausprobieren: Hier erfahren Sie mehr und hier kommen Sie direkt zu allen Artikeln.]

So unterschiedlich sich das jeweilige Infektionsgeschehen an den jeweiligen Standorten auch darstellt, so schwierig ist der richtige Umgang damit, vor allem wenn dabei das Geld eine Rolle spielt.

Vor einer Woche hatten sich die 36 Bundes- und Zweitligisten auf eine gemeinsame Fan-Rückkehr geeinigt – bei einem Alkoholverbot sowie die Streichung der Stehplätze. Zudem sollen Tickets personalisiert werden, somit eine Nachverfolgung von Infektionsketten möglich ist.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen:leute.tagesspiegel.de]

In Berlin wie an anderen Standorten gilt es, das richtige Maß zu finden. Die schrittweise Zulassung von Publikum ist dennoch richtig. Weil es dazu gehört und um Erfahrungen zu sammeln. Doch hier ist Behutsamkeit gefragt, auf allen Ebenen und Seiten. Sollte alle Beteiligten gute Erfahrungen machen, könnten weitere Lockerungen folgen. Spätestens in der kälteren Jahreszeit wird es schwerer zu unterschieden sein, ob es sich um eine Coronavirus-Infektionen handelt oder eine herkömmliche Erkältung.

Mehr zum Thema

Hertha, der Fußball wie der gesamte Sport brauchen jetzt nicht möglichst viele Zuschauer, sondern einen vertretbaren Anfang. Es geht nicht um ein schnellstmögliches und vollumfängliches Zurück zur Normalität. Eine, die es ohne Impfstoff nicht geben wird.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!