• FC Bayern in der Fußball-Bundesliga: Erster Rückschlag für Heynckes: Niederlage in Gladbach
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FC Bayern in der Fußball-Bundesliga : Erster Rückschlag für Heynckes: Niederlage in Gladbach

Jetzt hat es auch Jupp Heynckes erwischt. Bei seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach verliert er mit Bayern München 1:2.

Auf dem Weg zum 1:0. Gladbachs Thorgan Hazard holte gegen Bayerns Niklas Süle den Handelfmeter heraus.
Auf dem Weg zum 1:0. Gladbachs Thorgan Hazard holte gegen Bayerns Niklas Süle den Handelfmeter heraus.Foto: REUTERS/Kai Pfaffenbach

Von der zweiten Halbzeit war gerade mal die Hälfte vorüber, da machte Jupp Heynckes bereits von seiner letzten Wechseloption Gebrauch. Der Trainer des FC Bayern München verhalf Kwasi Okyere Wriedt zu seinem Debüt in der Fußball-Bundesliga. Und dass Heynckes einen Stürmer aus Bayerns Regionalligateam einwechselte, belegte seine doppelte Not. Zum einen hat die Personalsituation des Meisters so dramatische Ausmaße angenommen, dass die Münchner nicht mal ihre Ersatzbank voll bekamen; zum anderen wollte Heynckes beim Stand von 0:2 die drohende Niederlage abwenden. Die Münchner kamen durch einen Distanzschuss von Arturo Vidal zwar noch zum Anschlusstreffer, trotzdem endete bei Borussia Mönchengladbach eine beeindruckende Serie. Seit seiner Rückkehr hatte Heynckes alle neun Spiele gewonnen – in seiner Heimatstadt gab es nun am Samstagabend eine 1:2 (0:2)-Niederlage.

Wenn schon verlieren, dann wenigstens in Mönchengladbach und gegen die Borussia?, wurde Heynckes nach dem Spiel gefragt. „Das ist in den Hirnen der Journalisten“, antwortete er. Die Gladbacher hätten es zwar gut gemacht, „das schließt aber nicht aus, dass ich gerne gewonnen hätte.“

Für Heynckes war es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln

Für den Trainer der Bayern war die Dienstreise an den Niederrhein eine Rückkehr dorthin, wo alles begonnen hatte. Vor dem Spiel hatten die Münchner auf der Anlage von Grün-Weiß Holt trainiert, dem Verein, von dem Heynckes vor 55 Jahren zur Borussia gewechselt war. Für Heynckes war es aber auch eine Rückkehr dorthin, wo alles geendet hatte. Im Mai 2013 hatte er mit den Bayern im Borussia-Park zum vermeintlich letzten Mal in der Bundesliga auf der Trainerbank gesessen und einen tränenreichen Abschied gefeiert. Es ist, wie man heute weiß, ein bisschen anders gekommen. Inzwischen scheint es nicht mal ausgemacht, dass Heynckes im Sommer, dann endgültig, aufhört. Immer lauter werden die Stimmen, die sich für ein Weitermachen aussprechen. „Das halte ich für möglich“, hat Bayerns Präsident Uli Hoeneß bei der Mitgliederversammlung des Klubs am Freitag gesagt. „Wenn man sieht, welche Stimmungsänderung durch Jupp Heynckes gekommen ist – das macht Spaß!“

Er habe keine große Lust, immer die gleichen Fragen gestellt zu bekommen, antwortete Heynckes, als er mit dieser Aussage konfrontiert wurde. „Es besteht eine klare Vereinbarung." Und die besagt, dass nach dieser Saison Schuss ist. „So sehe ich das nach wie vor.“

Vermutlich ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. An der Wertschätzung der Bayern für ihren Trainer dürfte die Niederlage in Mönchengladbach nichts geändert haben, selbst wenn es ein eher bescheidener Auftritt war. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“, sagte Heynckes, „weil wir viel zu passiv waren, viel zu langsam gespielt und zu wenig investiert haben.“

Beiden Mannschaften war der gegenseitige Respekt anzumerken. Die Gladbacher verteidigten sehr tief, die Bayern scheuten das letzte Risiko. Bei der ersten Chance aus dem Spiel heraus – Robert Lewandowski traf mit der Hacke den Pfosten – stand es im ausverkauften Borussia-Park durch einen Handelfmeter von Thorgan Hazard, den Niklas Süle verschuldet hatte, bereits 1:0 für Gladbach. Da war die erste Halbzeit schon fast zu Ende. Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Matthias Ginter auf 2:0. Nach schöner Vorarbeit von Lars Stindl musste er den Ball nur noch ins Tor schieben. Eigentlich ist Ginter für die Defensive vorgesehen und dort vielseitig verwendbar, aber „wenn's ein Tor sein soll, dann gerne“.

Die Gladbacher lieferten einen großen Kampf

Nach der Pause konnte er wieder seiner eigentlichen Tätigkeit nachgehen. Die ganze Mannschaft sah sich nun in die Defensive zurückgedrängt. „Wir haben den Bayern einen großen Kampf geliefert und uns nichts gefallen lassen“, sagte Ginter. Normalerweise stört die Bayern das nicht. Am Samstag aber fehlten ihnen die Mittel – und wohl einige nicht ganz unwichtige Spieler.

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