• FC Bayern: Rücktrittsgeplänkel des Präsidenten: Uli Hoeneß ist Rekordmeister der Inszenierung

FC Bayern: Rücktrittsgeplänkel des Präsidenten : Uli Hoeneß ist Rekordmeister der Inszenierung

Uli Hoeneß sagt, sein Nachfolger müsse genauso gut sein wie er. Das aber ist nach dem Selbstverständnis des Bayern-Präsidenten kaum möglich. Ein Kommentar.

Der größte Präsident aller Zeiten ist für Uli Hoeneß... Uli Hoeneß.
Der größte Präsident aller Zeiten ist für Uli Hoeneß... Uli Hoeneß.Foto: Matthias Balk/dpa

Es gab eine Zeit, da konnte man Uli Hoeneß irgendwie nett finden. Obwohl der Präsident des FC Bayern immer schon etwas sehr selbstüberzeugt und überzogen daherkam, half er anderen Mannschaften und Spielern und war durchaus großzügig, ja geradezu großherzig.

Diese Zeit war vor seinem Knastaufenthalt wegen Steuerhinterziehung, bevor er auf ein und derselben Pressekonferenz den Medien erst Respektlosigkeit vorwarf und kurz danach respektlos über ehemalige Bayern- und Nationalspieler wetterte und bevor er sich als größter Fußballpräsident aller Zeiten gerierte.

Nicht falsch verstehen: Privat mag Hoeneß immer noch gönnerhaft und nett sein. Aber in seiner beruflichen Funktion ist er nur noch schwer zu ertragen. Beinahe täglich spuckt er inzwischen große Töne, der Rekordmeister der Inszenierung.

Die neueste Botschaft: Der Bayern-Präsident möchte seinen Job nur noch zwei, drei Jahre machen und dann an einen Nachfolger übergeben. Das sagte Hoeneß bei einer Veranstaltung der sächsischen Wirtschaft. Sein Nachfolger müsse aber schon alles mitbringen: eine menschliche Seite, Sachverstand, Fußballerfahrung. „Wir müssen die eierlegende Wollmilchsau suchen“, sagte Hoeneß.

Bei Hoeneß wird das Poltern von Auftritt zu Auftritt lauter und unpassender

Soll heißen: Der Neue muss genauso gut sein wie Hoeneß, was nach nach dem Selbstverständnis von Hoeneß nicht möglich sein dürfte. Es handelt sich also um einen angekündigten Rücktritt, der keiner ist. Muss jetzt jemand an Horst Seehofer denken?
Auch bei Hoeneß wird das Poltern von Auftritt zu Auftritt lauter und unpassender. Und mit jedem Mal verstärkt er den Eindruck, dass er vielleicht nicht mehr zwei Jahre lang warten sollte mit seinem Rücktritt.

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