• Finale um deutsche Wasserball-Meisterschaft: Spandau 04 vor kräuselndem ersten Spiel in Hannover

Finale um deutsche Wasserball-Meisterschaft : Spandau 04 vor kräuselndem ersten Spiel in Hannover

Die Spandauer Wasserballer müssen sich mit Tief Axel arrangieren. In Hannover wollen sie die Wachablösung verhindern. Und werden ein wenig nervös.

Auf sie mit Gebrüll. Die Spandauer Wasserballer treten in Hannover an.
Auf sie mit Gebrüll. Die Spandauer Wasserballer treten in Hannover an.Foto: Imago/Bernd König

Tief Axel hat sich in der Nacht zu Dienstag nach Westen verabschiedet. Das hat in Berlin einige Erleichterung ausgelöst nach der kleinen Sintflut am Montag, als die halbe Stadt baden ging und wenig Vergnügen hatte beim Plantschen auf öffentlichen Plätzen und Hauptverkehrsstraßen. Sollen sich jetzt halt die Niedersachsen damit herumschlagen.

Den Wasserfreunden Spandau 04 kam die Verlagerung des Unwetters gar nicht so gelegen. Ja, das Wasser ist ihr Element, aber im Allgemeinen haben sie dabei ein Dach über dem Kopf. Im Besonderen jedoch haben die Berliner Wasserballspieler am Mittwoch im ersten Finalspiel um die deutsche Wasserball-Meisterschaft bei Waspo Hannover unter freiem Himmel anzutreten.

Im Volksbad Limmer, wo sie vor zwei Jahren den entscheidenden Sieg im vierten Play-off-Spiel feierten, damals an einem lauen Frühlingstag. Diesmal verheißt der Wetterbericht einen kühlen Abend und starke Böen. „Das ist schon eine heftige Umstellung“, sagt Klubchef Hagen Stamm. „Der Wind, das Licht, das kräuselnde Wasser – mal sehen, wie unsere Mannschaft damit zurechtkommt.“

Waspo Hannover gegen Spandau 04, das ist so wie Borussia Dortmund gegen Bayern München im Fußball. Ein neuer Herausforderer für den alten Adel, er hatte zuletzt bedenklich oft den Kopf über dem Wasser, in Hannover sprechen sie nach zuletzt zwei Pokalsiegen und einer Meisterschaft schon von einer Wachablösung.

Gegenseitige Sympathien halten sich in Grenzen

Die Spandauer sind zwar nicht ratlos, aber schon ein wenig nervös geworden. Die gegenseitigen Sympathien halten sich in engen Grenzen. Hagen Stamm bemüht vor dem ersten Duell der Best-of-Five-Serie das Bild von der „Ruhe vor dem Sturm“, was auch ganz gut zur meteorologischen Großwetterlage passt.

In der Vorrunde der Deutschen Wasserball-Liga haben beide Mannschaften jeweils auswärts gewonnen und in der Champions League daheim. Das letzte Duell vor drei Wochen fand in neutralem Wasser statt. Beim Pokalfinale in Düsseldorf siegte Hannover nach Fünfmeterwerfen – ein wenig glücklich, weil der Ausgleich erst 38,6 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit fiel. Aber auch nicht unverdient, weil zuvor immer Hannover geführt hatte.

Und doch hat der Pokal den Spandauern Mut gemacht. „Die Mannschaft weiß, was sie kann“, sagt Stamm. Spandaus Nationalspieler Mateo verspürt erstmals seit Monaten keine Schmerzen mehr in der operierten Schulter. Und dank des um ein Tor besseren Vergleichs aus der Vorrunde würde ein mögliches fünftes Finalspiel in Berlin stattfinden.

Hannovers Saisonhöhepunkt wartet im Juni

Natürlich will Waspo auch in diesem Jahr unbedingt Meister werden, aber der Saisonhöhepunkt ist für die erste Juni-Woche eingeplant. Dann steigt in Hannover das Final-8-Turnier der Champions League. Dafür wird das Stadionbad mit einer temporären Tribüne ausgestattet, so dass die deutsche Meisterschaft im Freibad ausgespielt wird.

Waspo ist als Veranstalter automatisch für das europäische Gipfeltreffen qualifiziert, obwohl es in der Hauptrundengruppe nur zu Platz sechs gereicht hat, immerhin zwei Plätze vor Spandau. „Kann schon sein, dass das ein bisschen Konzentration kostet“, sagt Hagen Stamm. „So war es bei uns im letzten Jahr“, als Spandau sich sportlich für das europäische Finalturnier qualifiziert hatte, damals im italienischen Albaro. Das war ein schöner Erfolg, aber am Ende entschädigte die Teilnahme am Viertelfinale kaum für die vorangegangene Niederlage in den deutschen Play-offs.

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