Die Teams ergreifen Vorsichtsmaßnahmen für die eigene Sicherheit

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Formel 1 in Bahrain : Vorfahrt genommen
Karin Sturm

Wie man etwa den früheren Oppositionsführer Jasim Husain, der bis Mittwoch noch überall mit sehr kritischen Anmerkungen zum Rennen zitiert wurde, dazu brachte, sich am Donnerstagmittag ins Pressezentrum zu stellen und den internationalen Medien zu erzählen, er habe keine Bedenken und eigentlich würden sich doch die meisten auf das Rennen freuen, bleibt wie so vieles ein Rätsel.

Andererseits versucht jetzt auch die Opposition, sich mit allen Mitteln Gehör zu verschaffen. So flutete eine Organisation namens „Freedom for Bahrain“ die Facebookseiten einiger Fahrer mit Aufrufen zum Rennboykott und der Drohung, falls sie dem nicht nachkämen, würde man sie als Regimeunterstützer ansehen und dann müssten sie möglicherweise einen hohen Preis bezahlen.

Dabei sind die Fahrer letztlich diejenigen, die am wenigsten tun können. Selbst wenn sie, wie einer von ihnen im privaten Gespräch bestätigte, durchaus der Meinung sind, dass man genau aus diesem Grund der Systemunterstützung hier nicht fahren sollte. Bruno Senna sagt zumindest: „Eigentlich sollten wir uns aus politischen Fragen wirklich heraus halten. Aber hier sind wir jetzt mittendrin.“ Eine Absage hätte nur von den Teams kommen können – aber da traute sich in der Formel 1 keiner. Im Gegensatz übrigens zum deutschen Porsche-Cup-Team Molitor Racing, das hier ursprünglich im Rahmenprogramm, dem Porsche-Supercup, antreten sollte und von Teamchef Karsten Molitor zurückgezogen wurde.

So beschränken sich die Teams darauf, Vorsichtsmaßnahmen für die eigene Sicherheit zu ergreifen. Manche haben eigenes Sicherheitspersonal engagiert, bei praktisch allen ist die Vorgabe: Außerhalb der Rennstrecke nicht in Teamkleidung auftreten. Die FOM, das Formel-1-Management, hat Teams und Fernsehstationen in einer Mail aufgefordert, darauf zu achten, kein Gepäck unbeaufsichtigt im Fahrerlager herumstehen zu lassen – es könnte als Sicherheitsrisiko angesehen und zerstört werden.

Das passt alles nicht zur von oben vorgegaukelten Normalität. Da mögen die „Empfangskomitees“ am Flughafen noch so nett sein. Als ein Zollbeamter Unstimmigkeiten im Visum eines deutschen Fotografen moniert, wird er von einem Offiziellen aus Bahrain angeraunzt: „Mach jetzt hier keinen Ärger, lass den Mann durch – er ist ein wichtiger Gast.“

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