Formel 1 mit Elektromotoren : Der richtige Vorstoß des Nico Rosberg

Nico Rosberg hat die Zeichen der Zeit des fortschreitenden Klimawandels und das damit verbundene Umdenken in der Autobranche erkannt. Ein Kommentar.

Daumen hoch für die Zukunft. Ein Rennen der Formel E im New Yorker Bezirk Brooklyn.
Daumen hoch für die Zukunft. Ein Rennen der Formel E im New Yorker Bezirk Brooklyn.Foto: Terrin Waack/dpa

Beim Motorsport muss es qualmen, lärmen und stinken. Das gehört einfach seit nunmehr einem Jahrhundert dazu. Doch nun erklingt aus der allerhöchsten Klasse der Spritschleudern eine Stimme, die behauptet, es geht künftig auch ganz leise und ohne flächendeckende Umweltschädigung. Nico Rosberg, ein Formel-1-Weltmeister, sagt, er erwarte in absehbarer Zukunft eine Fusion der Formel 1 mit der vollelektrischen Rennserie Formel E. Wenn die ganze Welt Elektro-Autos verkaufe und fahre, dann mache der Verbrennungsmotor für die Formel 1 keinen Sinn mehr. Also werde die Formel 1 werde irgendwann auf Elektromotoren umstellen müssen.

Die Branche der Autohersteller ist komplett im Umbruch: Und an der Spitze des Motorsports, also in der Formel 1, können die Autohersteller ausprobieren und tüfteln. Natürlich hat Nico Rosberg recht mit seinem Vorstoß, auch wenn er auf den zweiten Blick für einen Normalverbraucher nicht sonderlich originell ist.

Irgendwann sollte es nicht mehr lärmen und stinken in der Formel 1

Und natürlich wird so ein Prozess dauern, weil da einige finanzielle Interessen vor allem der Hersteller und Rennställe im schnellen Spiel sein werden. Dass der Formel-1-Besitzer Liberty Media auch größter Anteilseigner der Elektro-Serie ist, dürfte womöglich etwas helfen. Und natürlich wird es jetzt nicht wenige Menschen geben, die sagen werden, dass Rosbergs Vorschlag Unsinn ist. Aber das gehört dazu und Reaktionen auf den Vorstoß des Ex-Weltmeisters wären womöglich auch ein Katalysator für eine Diskussion, die nun eröffnet ist.

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Nico Rosberg hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der Klimawandel erfordert gerade von der Autobranche ein Umdenken. Es ist Rosberg hoch anzurechnen, dass er hoffentlich den ersten kleinen Stein für das Fundament des Wandels in der Formel 1 und im Motorsport gesetzt hat. Irgendwann sollte es nicht mehr lärmen und stinken in der Formel 1 – denn schnell fahren können ja auch Autos mit Elektromotor.

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