Formel 1 zurück in Zandvoort : Mehr Herz, weniger Kapital

Die Formel 1 kehrt dahin zurück, wo sie noch viele Fans hat - ins niederländische Zandvoort. Das ist eine gute Sache für den Sport. Ein Kommentar.

Max Verstappen kennt sich aus in Zandvoort, hier fährt er 2016 bei einem Showrennen vor.
Max Verstappen kennt sich aus in Zandvoort, hier fährt er 2016 bei einem Showrennen vor.

Den Eigentümern der Formel 1 ist etwas Außergewöhnliches gelungen. Sie haben auf ihr Herz gehört. Zumindest ein bisschen. Ab der kommenden Saison wird die niederländische Strecke Zandvoort wieder in den Rennkalender aufgenommen – nach dann 35-jähriger Abstinenz. Zandvoort ist ein Kurs, der jenes Charisma verströmt, das den modernen Strecken häufig abgeht.

Der einzigartige Kurs wird der arg geschundenen Motorsport-Seele guttun – und für einen ordentlichen Umsatz dürfte Max Verstappen sorgen. Der Niederländer hat in seinem Heimatland, ähnlich wie einst Michael Schumacher in Deutschland, die Formel 1 für das breite Publikum geöffnet. Nun folgt die Belohnung in Form eines Heimrennens – und das ist gut so.

In Zandvoort werden bis zu 300 000 Zuschauer zum Rennwochenende erwartet, die Atmosphäre dürfte eine sehr spezielle sein. Solche, vermeintlich weichen Faktoren, spielen bei den Machern von Liberty Media aber offenbar nur manchmal eine Rolle.

Es mutet grotesk an, dass derzeit ernsthaft über ein Ende des britischen Grand Prix nachgedacht wird. 2018 war kein Rennwochenende besser besucht als jenes vor 340 000 Fans in Silverstone. Allerdings kann Silverstone den Formel-1-Eignern eben keine Summen bezahlen, die Liberty Media auf neuen Märkten wie Schanghai abruft, wo Geld scheinbar keine Rolle spielt. Silverstones Verbleib im Rennkalender ist deshalb gefährdet. Eine schöne Lösung wäre es, wenn die Macher nochmal auf ihr Herz hören würden – statt ans Kapital zu denken.

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