Formel E in Berlin : Nico Rosberg steigt noch mal in ein Rennauto

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg präsentiert bei der Formel E am Samstag in Berlin ein neues Rennauto.

Alltagskleidung. Nico Rosberg trägt nur noch selten den Rennanzug. Foto: Düren/dpa
Alltagskleidung. Nico Rosberg trägt nur noch selten den Rennanzug. Foto: Düren/dpaFoto: dpa

Das Ende seiner Karriere als Formel-1-Rennfahrer ist endgültig. „Ich bin glücklich mit meiner Racing-Karriere, und es gibt keine Chance, dass ich zurückkehre“, sagte Nico Rosberg am Freitag in Berlin. Kurz nachdem er 2016 den Weltmeistertitel in der höchsten Rennserie gewonnen hatte, hatte er auch seinen Rücktritt aus der Formel 1 erklärt. Dem Rennsport hat der 32-Jährige aber nicht ganz abgeschworen: Beim Formel-E-Rennen an diesem Sonnabend (18 Uhr/ARD) auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof will Rosberg den neuen Elektroboliden der Generation 2 vorstellen. Für zehn Minuten wird er zum ersten Mal nach seinem Karriereende wieder einen Rennwagen fahren.

Für ihn sei es etwas Besonderes, in seinem „Heimatland“ Deutschland ein E-Auto zu fahren, sagte Rosberg. Er ist zwar in Monaco aufgewachsen, aber seine Mutter ist Deutsche, und er selbst ist mit einer Deutschen verheiratet. Seine Frau Vivian war es auch, die einige Wochen nach seinem Rücktritt bei einem Abendessen dem Promoter der Formel E, Alejandro Agag, sehr klar sagte, dass er „nicht mal im Ansatz darüber nachdenken sollte, dass Nico noch mal Rennen fährt“. Das erzählte Agag am Freitag.

Rosberg hatte während seiner aktiven Karriere in der Formel 1 seinen Fokus überhaupt nicht auf Elektromobilität gelegt. „Aber meine Leidenschaft war schon immer Technologie und Innovation“, sagte er. Inzwischen hat Rosberg nicht nur in die Formel E investiert. Er sei „voll überzeugt von der Elektromobilität“ als Zukunftstechnologie, betonte er. Und deshalb hat sich auch in Startup-Unternehmen eingekauft. Am Sonnabend präsentieren sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof auch Startup-Firmen neben Herstellern, die die neuesten Elektro-Autos präsentieren.

Kritik am Vertrag mit Saudi-Arabien

Zum vierten Mal ist die Formel E in Berlin zu Gast. Die Fahrer finden das Ambiente auf dem Tempelhofer Feld „ziemlich cool. Das macht das Rennen schon einzigartig“, sagte Pilot André Lotterer. Der 36-Jährige fährt das erste Mal in Berlin und tritt für das chinesische Team Techeetah an. Lotterers französischer Teamkollege Jean-Eric Vergne ist derzeit Spitzenreiter der Rennserie, die nach Berlin weiter nach Zürich (10. Juni) zieht. Die letzten beiden Rennen werden in dieser Saison dann am 14. und 15. Juli in New York ausgetragen.

Kurz vor dem Rennen in Berlin hatte die Formel E mitgeteilt, dass die fünfte Saison im Dezember in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eröffnet wird. Das sorgte für Ärger bei Herstellern, die nicht genannt werden wollen. „Wir sprechen über Elektromobilität und gehen mit der Serie ins Mittelalter“, sagte ein Repräsentant. Das Königreich, in dem Steinigungen erlaubt sind und Meinungsfreiheit beschränkt ist, ist nicht für Gleichstellungspolitik bekannt. Das Fahrverbot für Frauen zum Beispiel soll erst ab Mitte des Jahres aufgehoben werden. Promoter Agag entgegnete, das Land befände sich in einem Wandel, daran wolle die Formel E teilhaben. Und man solle Sport nicht mit Politik vermischen. Dafür spülen die Rennen in Saudi-Arabien Geld in die Kasse der Formel E. Mit dem Königreich wurde ein Zehn-Jahres-Vertrag vereinbart. Dem Vernehmen nach sollen bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr in die Rennserie fließen.

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