Fragen an den 13. Bundesliga-Spieltag : Spinnen die Bayern?

Bremens Trainer kostet vom Zaubertrank. Leverkusens Fans gehen auf den Weihnachtsmarkt. Der VfB sucht das Tor. Und sonst?

Krusifix, Pizarix, Obelix. Florian Kohfeldt (links) mixt den richtigen Matchplan.
Krusifix, Pizarix, Obelix. Florian Kohfeldt (links) mixt den richtigen Matchplan.Foto: mauritius images

Spinnen die Bayern?

War es das, was Bremens Trainer Florian Kohfeldt eigentlich sagen wollte? Spinnen die Bayern? Angesichts der letzten öffentlichen Auftritte von Präsident Uli Hoeneß ist ein solcher Gedanke ja ganz und gar mit dem Grundgesetz vereinbar. Oder meinte es Kohfeldt ganz unterwürfig, als er seine Bremer Mannschaft als „das berühmte gallische Dorf“ beschrieb und den nächsten Gegner aus München als „die römischen Truppen“? Im größeren Kontext sprach der 36 Jahre alte Coach dabei über den Kampf um die internationalen Plätze. Werder will nächstes Jahr nach Europa. Krusifix und Pizarix sollen es richten. Oder wollte Kohfeldt die Bayern etwa warnen? Zaubertrank und so. Bei einem 4:1-Sieg (oder höher) würden die Obelixe (Foto) von der Weser dem Branchenprimus von der Isar sogar überholen können. In diesem Fall dürfte das Reich von Trainer Niko Kovac wohl noch etwas mehr in Flammen stehen. Viel spricht dafür aber nicht. Bremen ist gegen Bayern seit 19 Bundesliga-Spielen ohne Sieg, die letzten neun Heimspiele gingen sogar allesamt verloren – das hatte es historisch noch bei keinem Bundesliga-Duell gegeben.

Aber warum klein denken?

Auch Düsseldorf holte zuletzt in München einen Punkt. Das sollte die vermeintlich schwächeren Teams zu diesem Zeitpunkt der Saison doch zusätzlich motivieren. Auch den VfB Stuttgart. Der Tabellenletzte steht mit einer Stadionauslastung von 98 Prozent im Bundesligavergleich ja immerhin an dritter Position. Stelle man sich da bloß einmal vor, der VfB würde jetzt auch noch erfolgreichen Fußball spielen. Oder zumindest mal wieder ein Tor schießen vor eigenem Publikum. Die acht Saisontreffer markieren zu diesem Zeitpunkt die schwächste Offensivbilanz der Vereinsgeschichte. Doppelt blöd, dass am Samstag nun ausgerechnet der FC Augsburg vorbeischaut. In acht der vergangenen zwölf Spiele schoss der FCA das 1:0 gegen den VfB – was in den letzten sieben Spielen zum Sieg reichte. Also VfB, groß denken! Wer sich hinten keinen fängt und vorne keinen macht – der holt einen Punkt!

Wo fallen die Tore?

Düsseldorf spielte in dieser Bundesliga-Saison zuhause noch nie zu null, und Mainz noch nie auswärts. Am Freitag spielt Mainz nun – in Düsseldorf. In den vergangenen beiden Spielen schoss die Fortuna mehr Tore (7) als in den vorherigen zehn (6) und holte vier Punkte. Es läuft also für den Aufsteiger. Wäre da nicht Friedhelm Funkel. Der Trainer traf in seiner Karriere bisher fünfmal auf Mainz – und alle fünf Partien endeten remis. Zwei davon sogar 0:0.

Wer spinnt wirklich?

Die spinnen, die Funktionäre. Dass denken sich derzeit viele Fans. Am Montagabend vor allem die Leverkusener. Knappe vier Stunden mit dem Zug nach Nürnberg? Und dann noch nicht mal das ganze Spiel schauen können, weil der letzte Zug zurück so ca. zur 80. Minute abfährt? Nicht mit uns. Sagen sie sich. Alternativprogramm daher: ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt vom Fanprojekt. Da kann man Lebkuchen essen und Kleider spenden. Und vielleicht gibt’s ja auch Zaubertrank.

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