Fragen an den 29. Bundesliga-Spieltag : Schalke als Titelkandidat? Lange her

Schalke ist zwar eine der wertvollsten Fußball-Marken, viele Punkte hat das Team aber nicht. Doch auch für die Bayern gibt es schlechte Nachrichten.

Aktuell haben die Schalker 37 Punkte. Zur Meisterschaft reicht das wieder nicht.
Aktuell haben die Schalker 37 Punkte. Zur Meisterschaft reicht das wieder nicht.Foto: Imago

Wem fehlen Punkte?
Punkte kann man nie genug haben, zumindest in der Tabelle. Ohne Punkte ist irgendwie doof. Jüngst haben Eintracht Frankfurt (3:3 gegen den SC Freiburg) und der 1. FC Union (1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05) jeweils ein Pünktchen eingesammelt. Damit hat seit dem Neustart der Bundesliga nur eine Mannschaft sämtliche Punkte abgegeben: der FC Schalke 04, mit einem Torverhältnis von 1:9. Richtige Anmerkung von Trainer David Wagner nach der neuerlichen Nullrunde bei Fortuna Düsseldorf: „Wir haben eine wahnsinnig schwierige Phase.“

Wer ist wertvoll?
Schalke. Trotz schwieriger Phase, die neben der sportlichen auch die finanzielle Situation umfasst. In der Rangliste der wertvollsten Fußball-Marken weltweit, in die die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise noch nicht eingeflossen sind, haben die Finanzexperten der „KPMG Football Benchmark“ Schalke auf Platz 15 gelistet (Wert: 814 Millionen Euro). Aus der Bundesliga sind nur, na klar, der FC Bayern München (Platz vier mit 2,878 Milliarden Euro) und Borussia Dortmund (Platz 12/1,281 Milliarden) wertvoller. Es führt Real Madrid (3,478 Milliarden).

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Wer hat neuen Mut geschöpft?
Es gab in dieser Saison Zeiten, da hat Schalke gut gepunktet. Nach der Winterpause galten die Schalker sogar kurz als Titelkandidat. Aktuell sind es 37 Punkte, 15 mehr als der kommende Gegner Werder Bremen (Samstag 15.30 Uhr/Sky) vorweisen kann. Die Bremer sind weiter Vorletzter, gehen aber nach vier Punkten aus zwei Spielen mit neuem Nichtabstiegs-Mut ans Werk. Nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach hatte Trainer Florian Kohfeldt gesagt, nun sei in der ganzen Truppe Leben drin. Spät, aber vielleicht noch rechtzeitig.

Wer guckt zu?
Klaus Gjasula am Sonntagabend gegen den BVB. Der Paderborner sah gegen den FC Augsburg seine 15. Gelbe Karte der Saison. Der Bundesligarekord, auf den keiner stolz ist, rückt immer näher. Derzeitiger Inhaber ist Tomasz Hajto mit 16 Verwarnungen im Trikot des MSV Duisburg in der Saison 1998/99. Später bei Schalke kam er auf maximal zehn Gelbe Karten in einer Saison.

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Was fällt aus?
Die Meisterfeier. Womit wir den FC Schalke 04 thematisch endgültig verlassen. Es geht um die obligatorische Feier des FC Bayern auf dem Marienplatz in München. Theoretisch könnte noch jemand anders Deutscher Meister werden, aber auf gewagte Rechenspiele verzichten wir an dieser Stelle lieber. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat in der „Bild“-Zeitung mitgeteilt: „Die liebgewonnene Tradition der alljährlichen Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz ist heuer leider unvorstellbar – nicht wegen mangelnder sportlicher Erfolge des Rekordmeisters, sondern natürlich wegen der coronabedingten Einschränkungen.“

Einen weiteren Schritt in Richtung des achten Meistertitels in Serie könnten die Bayern bereits am Samstagabend gegen Düsseldorf machen. Wo gefeiert wird, wenn es mit dem Titel so weit ist, hat der Verein bisher nicht gesagt. Noch ist es ja nicht so weit.

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