Fragen an den Bundesliga-Spieltag : Kein Anschluss unter dieser Nummer

Borussia Dortmund hat einen zweiten Trikotsponsor, und bei Schalke geht keiner mehr ran. Was das miteinander zu tun hat? Lesen Sie selbst.

Im Tarifdschungel: Schalke-Boss Clemens Tönnies.
Im Tarifdschungel: Schalke-Boss Clemens Tönnies.Foto: Imago

Der 23. Spieltag in der Fußball-Bundesliga wird am Freitag mit dem Duell zwischen Bayern München und dem SC Paderborn eröffnet. Und dauert bis Montag, wenn Union in Frankfurt antritt.

Wo treffen die Extreme aufeinander?

Rekordmeister gegen Aufsteiger. Spitzenreiter gegen Tabellenletzter. Für die Paderborner ist das eine ganz neue Erfahrung. Bei sämtlichen bisherigen Gastspielen in München reisten sie nämlich als Tabellenführer an. Okay, es gab auch erst ein Gastspiel. Aber vielleicht läuft es ja diesmal anders als beim letzten Mal. Da verlor Paderborn als Spitzenreiter 0:4 in München.

Wer setzt neue Trends?

Borussia Dortmund wird künftig nicht nur einen Trikotsponsor haben, sondern gleich zwei: einen für die Pokalwettbewerbe, einen zweiten für die Liga. Zusätzlich zum bestehenden Hauptsponsor hat der BVB – frei nach Erich Ribbeck – einen Telefonanbieter als Hauptsponsor 1b gewonnen. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Der nächste Schritt muss sein: verschiedene Sponsoren für Torhüter und Feldspieler. Und irgendwann dann: individuelle Sponsoren für jeden Spieler. Theoretisch könnte man auch noch die rückwärtige Fläche auf den Spielerhosen an Werbekunden verkaufen. Aber, hey, das wäre jetzt wirklich albern.

Was machen die Schalker?

Sind zurzeit sehr beschäftigt und schlagen sich durch den Tarifdschungel. Als bekannt wurde, dass der ungeliebte Erzrivale aus Dortmund einen Telefonanbieter (Vereinsfarben: Blau-Weiß) als neuen Hauptsponsor gewonnen hat, twitterte der FC Schalke 04: „Falls dein Schalker Kumpel heute nicht erreichbar ist – er sucht vermutlich gerade einen neuen Mobilfunkanbieter …“

Wo gibt es ein freudiges Wiedersehen?

Ähem, hüstel. In Bremen. Vermutlich nicht. Genau 18 Tage werden am Samstag vergangen sein, seitdem der SV Werder und Borussia Dortmund zuletzt in einem Pflichtspiel aufeinander getroffen sind. Die Bremer haben an diese Begegnung aus dem DFB-Pokal noch allerbeste Erinnerungen. 3:2 siegten sie gegen den hohen Favoriten aus Dortmund. Aber sie ahnen natürlich auch, dass sie diesen Triumph nun teuer werden bezahlen müssen. Nach fünf Heimniederlagen hintereinander in der Bundesliga hat Werders Trainer Florian Kohfeldt von seinen Spielern zumindest „eine sehr konzentrierte und lebhafte Trainingswoche“ erlebt. Die Tristesse kommt vermutlich früh genug.

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Wer muss auch mal gelobt werden?

Der VfL Wolfsburg ist – auch dank noch fragwürdigerer Konstrukte wie Rasenballsport Leipzig – auf bestem Weg, ein Fußballverein zu werden, der das Publikum mehr und mehr kalt lässt. Der VfL, einst verhasst wegen der unerschöpflichen Unterstützung durch VW, wird selbst Traditionalisten zunehmend egaler. Und man darf Jörg Schmadtke, den Sportdirektor der Wolfsburger, jetzt sogar mal ausdrücklich loben. Dafür dass Jeffrey Bruma, bis 2021 beim VfL unter Vertrag und ausgeliehen an Mainz 05, am Sonntag für Mainz gegen Wolfsburg mitspielen darf und nicht wegen einer entsprechenden Klausel (siehe Ilsanker, Selke, Uth et. al.) zum Zusehen gezwungen ist. „Für mich ist das selbstverständlich“, hat Schmadtke im Interview mit dem „Kicker“ gesagt. Guter Mann, findet FadS.

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