Fragen an den Spieltag : Warum der SC Freiburg auf den Rathausbalkon lädt

Im Breisgau wird gefeiert, egal ob Hertha BSC dem Sportclub den Klassenverbleib sichert oder nicht. Und was macht eigentlich Leipzig? Setzt auf 96!

Abgegrätscht. Freiburgs Niederländerin Desiree van Lunteren im Duell mit Wolfsburgs Ewa Pajor.
Abgegrätscht. Freiburgs Niederländerin Desiree van Lunteren im Duell mit Wolfsburgs Ewa Pajor.Foto: Ina Fassbender/AFP

Was geht oben?

Ist ja noch immer gar nichts richtig entschieden. Höchstens mal, dass Bayern, Dortmund und Leipzig in der Champions League vertreten sein werden. Der ganze Rest aber entscheidet sich erst noch. Sechs verschiedene Klubs können – zumindest theoretisch – noch absteigen. Drei Vereine können – zumindest theoretisch – noch Meister werden. Selbst Leipzig hat drei Spieltage vor Schluss noch minimale Chancen nicht nur auf den Titel im Pokal, sondern gleich mal auf das Double. Die aktuelle Formkurve spricht da für die Sachsen, die ihre letzten sechs Spiele allesamt gewannen und in einer Woche noch selbst gegen die Bayern antreten. Dagegen spricht allerdings ihr derzeitiger Rückstand von sieben Punkten auf den Tabellenführer aus München, der sich mit einem Punktgewinn gegen Hannover zumindest Leipzig als Titelkonkurrent vom Hals schaffen könnte.

Was geht unten?

Am Tabellenende könnten sich Schalke und Augsburg mit einem Sieg, Freiburg bereits mit einem Unentschieden aller Abstiegssorgen entledigen. Blöd dabei ist nur, dass Schalke und Augsburg am Sonntag im direkten Duell aufeinandertreffen.

Was geht in der Mitte?

Im Kampf um die Europapokalplätze kommt es an diesem Spieltag ebenfalls zu gleich zwei Duellen, in denen sich vier Anwärter (Frankfurt gegen Leverkusen und Mönchengladbach gegen Hoffenheim), die derzeit die internationalen Plätze belegen, untereinander die Punkte klauen werden. Die große Chance also für Wolfsburg (gegen Nürnberg) und Bremen (gegen Dortmund), an der derzeitigen Tabellenkonstellation doch noch einmal zu rütteln.

Und sonst?

Um rein gar nichts mehr geht es in dieser Saison nur für Düsseldorf, Hertha BSC und Mainz. In den restlichen Spielen bleibt diesen drei Klubs nur eins: die Gegner ärgern. So könnte Mainz den Leipzigern am Freitag also die noch so kleinste Wahrscheinlichkeit auf den Titel nehmen, Hertha die Stuttgarter am Samstag in die Relegation schießen und Düsseldorf – wenn es Hertha nicht schafft – die Freiburger am Sonntag zumindest noch nicht ganz von allen Abstiegssorgen erlösen. Das stört im Breisgau derzeit aber sowieso kaum jemanden. Die Frauen-Mannschaft vom SC (Virginia Kirchberger im Bild) lädt diesen Freitag zum Rathausplatz und lässt sich auf dem Balkon für das knapp verlorene Pokalfinale feiern. Dort oben standen die Männer zuletzt vor 26 Jahren.

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