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Frauen des VfL stehen im Finale der Champions League : Warum sich die Wolfsburgerinnen den Titel greifen sollten

Die Frauen des VfL Wolfsburg stehen im Finale - und vor dem Umbruch. Der Titel in der Champions League könnte der letzte auf lange Sicht sein. Ein Kommentar.

Im Halbfinale setzten sich die Wolfsburgerinnen gegen den FC Barcelona durch.
Im Halbfinale setzten sich die Wolfsburgerinnen gegen den FC Barcelona durch.Foto: AFP

Es wäre eine schöne Sache für den deutschen Fußball. Bayern München hat bei den Männern triumphiert, der VfL Wolfsburg kann nun bei den Frauen triumphieren. Klappt das, hätten zwei deutsche Klubs jeweils alle nationalen Titel abgeräumt und dann die Champions League gewonnen. Wie nennt man oder frau das dann, zwei Triple machen ein deutsches Sextupel? Klar, das ist Nebensache und doch stünde so ein Erfolg in beiden Sparten eben der Fußballnation gut zu Gesicht, als ein Ausdruck von Klasse.

Doch so einfach ist das nicht. Der VfLWolfsburg ist im Finale gegen Olympique Lyon, das sich am Mittwoch gegen Paris Saint-Germain mit 1:0 durchsetzte, nicht der Favorit. Lyon gewann den Titel zuletzt vier Mal in Serie. 2018 und 2016 verlor der Deutsche Meister aus Wolfsburg im Endspiel gegen den Dauerrivalen Lyon. Aber diesmal wird es eben ein ganz wichtiges Spiel für die Wolfsburgerinnen, vielleicht sogar die letzte Chance auf lange Sicht, ganz oben anzugreifen.

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2021 wird nicht nur Erfolgstrainer Stephan Lerch den Verein verlassen, sondern auch einige Leistungsträgerinnen, darunter Pernille Harder und Fridolina Rolfö. Danach soll bei den Niedersachsen ein großer Umbruch kommen, was auch beinhalten könnte, dass es mit den Erfolgen in den kommenden Jahren nicht ganz so locker läuft wie zuletzt. Da wurden die Wolfsburgerinnen viermal in Folge Meister und hielten den Faktor Spaß für die Bundesligakonkurrenz sehr niedrig im Rennen um den Titel.

Dazu kommt, dass sich national die Kräfteverhältnisse verschieben werden. Denn von unten hat Rasenballsport Leipzig – wie bei den Männern – die Ligen aufgepflügt und wird nun als Zweitligist an das Tor der Bundesliga hämmern und es sicher schnell eintreten. Und wer weiß, ob das nicht auch noch die Bayern aus München befeuert, angesichts des inzwischen aus der Männer-Bundesliga bekannten Kampfes mit dem Emporkömmling aus Sachsen etwas draufzulegen.
Es wird also der vorläufig letzte ganz große Auftritt des VfL Wolfsburg sein. Um so schöner wäre es, wenn er dann am Sonntagabend in San Sebastian mit einem Erfolg für den Deutschen Meister enden würde.

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