Fußball-WM 2018

Freestyle Motocross : Oh! Mein! Gott! Luc Ackermann begeistert in Berlin

Nach einem doppelten Rückwärtssalto auf seinem Motorrad hat der 21 Jahre alte Luc Ackermann die WM-Führung übernommen.

Anna Kirmer
„Man darf keine Angst haben “: Luc Ackermann bei seinem Auftritt in Berlin
„Man darf keine Angst haben “: Luc Ackermann bei seinem Auftritt in BerlinFoto: dpa

Schon mit dreieinhalb Jahren saß Luc Ackermann auf einem kleinen Motorrad. Und bis heute ist er quasi nicht davon abgestiegen. Der 20-Jährige gilt als der deutsche Star beim Freestyle Motocross. 2010, im Alter von zwölf Jahren, war er der jüngste Fahrer, der einen Backflip schaffte, 2017 folgte der Double-Backflip. Zwei aufeinanderfolgende Salti! Rückwärts! In zehn Metern Höhe!

Diesen Trick zeigte Ackermann auch am vergangenen Wochenende vor 15 000 Zuschauern in der Großarena am Ostbahnhof. Bei der Veranstaltung „The Night of the Jumps“ in Berlin war er damit der erste Fahrer überhaupt in der WM-Geschichte, dem dieses Kunststück gelang. Da selbst Weltmeister Maikel Melero dem nichts entgegen setzen konnte, katapultierte sich Ackermann auch gleich mal an die Spitze der Freestyle-Motocross-WM 2018. Nächste Station im Titelrennen ist am 24. März Krakau.

Ist die Zeit von Ackermann schon gekommen?

„In den nächsten zwei Jahren möchte ich Maikel Melero vom Thron stoßen“, hatte Luc Ackermann dem Tagesspiegel vor seinem Auftritt in Berlin gesagt. Der 30 Jahre alte Spanier dominiert die Szene, in den vergangenen vier Jahren wurde Melero vier Mal Weltmeister. Ist die ganz große Zeit von Ackermann also bereits angebrochen? Der Thüringer trainiert täglich drei bis fünf Stunden. Der enorme Nervenkitzel des Extremsports, die Reisen und die Erfolge treiben ihn an. Doch so groß die Ziele auch sind, neben dem Konkurrenzkampf bleibt den Sportlern auch ein freundschaftliches Verhältnis. Eben diese Tatsache macht den Sport für ihn so besonders.

„Natürlich bin ich vor jedem Start ganz schön aufgeregt. Aber man darf keine Angst haben“, erzählt Ackermann: „Wenn man Angst hat, geht was schief.“ Stürze und Verletzungen gab es trotzdem schon oft, „ein Oberschenkelbruch brauchte schmerzhaft lange um zu verheilen“. Laut Ackermann ist es wohl auch genau diese Gefahr, die die meisten Frauen von diesem Sport abhalten. „Weltweit fahren nur zwei, drei Sportlerinnen“, sagt er, wegen der schweren Motorräder sei die Beanspruchung vielleicht zu hoch.

Seit drei Jahren wird Ackermann nun auch von Red Bull unterstützt. Dass der Sponsor seine Extremsportler zu riskanten Höchstleistungen zwingt, wie man immer mal wieder hört, streitet er ab. Es gebe „absolut keinen Leistungsdruck. Ohne Sponsoren wäre der Sport doch gar nicht erst möglich.“ Luc Ackermann macht also weiter. Zwei aufeinanderfolgende Salti. Rückwärts. In zehn Metern Höhe.

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