Fünf Jahre Eisbären-Blog : Wenn in Wolfsburg das Wlan wegbricht

Was klein begann, ist inzwischen groß beim Tagesspiegel. Erinnerungen an die ersten fünf Jahre unseres Projektes.

15.04.2018, Berlin: Eishockey: DEL, Eisbären Berlin - EHC Red Bull München, Meisterschaftsrunde, Finale, 2. Spieltag in der Mercedes-Benz Arena: Die Berliner Fans mit der Performance "Möge die VIII mit uns sein". Foto: Paul Zinken/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
15.04.2018, Berlin: Eishockey: DEL, Eisbären Berlin - EHC Red Bull München, Meisterschaftsrunde, Finale, 2. Spieltag in der...Foto: picture alliance / Paul Zinken/d

Auftritte in der gedruckten Zeitung haben natürlich ihre Grenzen. Wir können ja den Sportteil im Tagesspiegel nicht jeden Tag mit den Eisbären zupflastern, auch wenn das die Redakteure mit Vorliebe fürs Eishockey vielleicht gerne tun würden. Aber wohin nur mit den vielen spannenden Informationen zum Klub, wohin mit dem Schnipsel, dass sich der Buschi mal wieder verletzt hat und für das Spiel in Straubing ausfällt? Die Idee, Berlins besten Eishockeyklub im Netz mit einem Format zu begleiten, lag nahe. Monatelang haben wir sie mit uns herumgetragen, bis vor fünf Jahren und zwei Tagen (von dieser Niederschrift aus gesehen) in der großen Redaktionskonferenz der neue Blog angekündigt wurde. "Das ist interessant", sagt ein damaliger Chefredakteur. Und das neue Projekt wurde dann in der Zeitung auch große angekündigt ("Bild-Promo" nennen wir das hier am Anhalter Bahnhof).

Spaß gemacht hat das neue Format von Beginn an, zumal es kontinuierlich nach oben ging. Die Zugriffszahlen, die Klicks im Netz, waren vielversprechend. Im zweiten Jahr fand sich sogar ein Sponsor, der uns dann eine Weile begleitete. Ganz steil nach oben ging es mit den Play-offs im Jahr 2015/2016.

Das siebte und finale Spiel der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie stand an. Aus dem Stadion heraus schickte ich einem Mitarbeiter im Büro alle zwei, drei Minuten einen kleinen Kommentar zum Spiel. In der zweiten Drittelpause schickte mir der Kollege die aktuellen Klickzahlen in die Halle: Der Eisbären-Blog war klar das meistbesuchte Stück im Tagesspiegel. Absolut irre.

Damit war die Idee zum Liveblog geboren. Dass die Eisbären gegen Köln verloren, trübte die Freude ein wenig, zugegeben. Dafür versagte an dem Tag beim Kollegen Jörg Leopold die Technik. Der Spielbericht ging nicht sofort online - dafür hatten wir da aber den Blog stehen.

Einmal wollen wir die Eisbären auch zum Titel bloggen

Seit diesem Spiel gegen Köln begleiten wir alle Berliner Auftritte in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) live. Das Format des Blogs hat dabei schon zwei Mal gewechselt und unsere Nerven haben auch schon mal gelitten, wenn irgendwo im Stadion von Nürnberg oder in Wolfsburg das Wlan nicht funktionierte. Einmal, vor einem guten Jahr, haben wir zeitweise vom Smartphone aus vor der Halle stehend gebloggt. Immer wieder kurz reingeschaut, Satz geschrieben, rausgelaufen, draufgestellt. Der Kampf mit der Technik gehört zum Beruf dazu.

Sicher ist das Bloggen von Spielen an sich keine neue Idee, aber wir sehen unseren Ansatz schon als anders. Wir wollen gar nicht immer die Schnellsten sein, die größten Gerüchte haben, uns geht es mehr um den etwas anderen Kommentar. Gerne auch um Humor, denn der kommt im deutschen Eishockey viel zu kurz. Und: Wir wollen nicht Eisbären-Fans spielen, wir sind Eishockey-Fans. Natürlich aus Berlin und damit mit einem Hang zu den Eisbären. Im Blog erlauben wir uns, schon mal mehr Farbe zu bekennen als in unseren Artikeln zu den Eisbären. Der Leser merkt, ob die Produzenten mit dem Herzen dabei sind, oder nicht. Eine Binse, klar. Aber eine gute Binse. Und die Konsumenten sind es ja auch, ab und an kommt schon mal ein Leser oder Mitarbeiter aus anderen Ressorts an und sagt: "Ich habe da vielleicht etwas für den Blog."

Der Eisbären-Blog ist eben beliebt, Klickzahlen mal als Maßstab genommen. Es ist kein Geheimnis, dass wird da schon im guten Millionenbereich liegen nach fünf Jahren. Schön, dass es gelesen wird. Und noch schöner, dass so viele Mitarbeiter beim bloggen helfen. Besonders sind hier Jörg Leopold und Jan Schröder zu nennen, ohne die beiden (ganz große Eishockeyliebhaber) würde es den Blog in dieser Form nicht geben.

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Auf die nächsten fünf Jahre oder viel mehr. Denn: Einmal wollen wir die Eisbären ja auch zum Titel bloggen.

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