Fußball-Bundesliga der Frauen : Turbine Potsdam steht vor einem großen Umbruch

Turbine Potsdam verliert immer wieder gute Spielerinnen an die zahlungskräftige Konkurrenz. Doch in diesem Sommer könnte der Umbruch besonders groß werden.

Tobias Gutsche
Letztes Heimspiel am Sonntag. Vier Jahre lang stand Lisa Schmitz zwischen den Pfosten bei Turbine. Wohin die Nationaltorhüterin wechselt, ist noch nicht bekannt.
Letztes Heimspiel am Sonntag. Vier Jahre lang stand Lisa Schmitz zwischen den Pfosten bei Turbine. Wohin die Nationaltorhüterin...Foto: Jan Kuppert/dpa

Es ist eine Tradition bei Turbine Potsdam. Im Rahmen der letzten Heimpartie einer Saison verabschiedet der Brandenburger Fußball-Bundesligist stets diejenigen Spielerinnen, die den Verein nach der laufenden Spielzeit verlassen werden. Wenn die Potsdamerinnen am Sonntag den MSV Duisburg zur diesjährigen Abschlussveranstaltung im Karl-Liebknecht-Stadion empfangen (Beginn: 14 Uhr), wird es vielfach und durchaus schwerfallend Verabschiedungen geben. „Jeder Weggang tut weh. Gerade, wenn es gestandene und wichtige Spielerinnen sind“, sagt Turbines Vereinspräsident Rolf Kutzmutz. „Aber das ist eine Situation, mit der wir Jahr für Jahr umgehen müssen.“

Diesmal ist die Situation aber wieder sehr ausgeprägt. Bisher waren schon die Wechsel der Nationalspielerinnen Svenja Huth und Felicitas Rauch zum deutschen Serien-Meister VfL Wolfsburg (siehe Kasten) bekannt. Am Donnerstag folgten zwei weitere Meldungen über den Verlust von Akteurinnen, die in den vergangenen Jahren oft zur Stammformation des Teams von Cheftrainer Matthias Rudolph zählten. Wie der Meisterschaftszweite und Pokalfinalist FC Bayern München mitteilte, hat er die schwedische Innenverteidigerin Amanda Ilestedt von der Havel an die Isar gelotst. 2017 war sie nach Potsdam gekommen.

Sogar vier Spielzeiten lang stand Lisa Schmitz zwischen den Pfosten des märkischen Traditionsvereins. Auch für sie endet dann nach dem letzten Ligaspieltag am 12. Mai in Wolfsburg die Zeit bei Turbine. Diese sei „großartig“ gewesen, schrieb die Nationaltorhüterin auf ihrer Facebookseite. Daher sei es auch „wirklich keine einfache Entscheidung“ gewesen, woanders hin zu wechseln. Wohin es geht, ließ sie noch offen. Neben Felicitas Rauch möchte auch eine weitere aus Potsdam stammende Spielerin eine neue Herausforderung annehmen: Melissa Kössler. Das 19 Jahre alte Sturmtalent plant, an einem College in den USA zu studieren und zu kicken, wie Rolf Kutzmutz bestätigt.

Zudem erklärt er aber, dass Turbine Potsdam nächste Saison weiter auf die Dienste der zweimaligen Europameisterin Bianca Schmidt setzen kann. „Sie bleibt“, sagt der Präsident. Im Fall der ebenso in Potsdam ausgebildeten Außenverteidigerin Wibke Meister, deren Vertrag auch Ende Juni ausläuft, kann Rolf Kutzmutz noch keine finale Auskunft geben.

Turbine will Platz drei absichern

Als Zugänge präsentierte Turbine bislang die jungen Offensivspielerinnen Anna Gerhardt aus Köln und Adrijana Mori aus Slowenien.

Ob sie zum Dritt- oder Viertplatzierten der Bundesliga wechseln werden, entscheidet sich an den beiden verbliebenen Spieltagen. Im Kampf um den dritten Platz beträgt Potsdams Vorsprung gegenüber der SGS Essen nach dem enttäuschenden 1:1 am vergangenen Sonntag beim Tabellenvorletzten Bayer Leverkusen nur noch einen Punkt. Daher muss am Sonntag gegen den als Neunten noch nicht sicher vor dem Abstieg geretteten MSV Duisburg ein Sieg her. „Das ist das Mindeste, was wir jetzt wollen“, sagt Rolf Kutzmutz. Eigentlich war das vom Präsidenten formulierte Ziel, endlich mal wieder unter die besten zwei zu kommen. Das schaffte Turbine Potsdam zuletzt 2013.

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