Fußball-Profis gegen Geisterspiele : Die Angst der Spieler ist verständlich

Profis aus der Premier League sind aus Furcht vor dem Coronavirus gegen eine schnelle Fortführung der Saison. Die Ängste sollte man ernst nehmen. Ein Kommentar

Ruhe vor dem Geisterspiel? Das Stadion von Manchester City.
Ruhe vor dem Geisterspiel? Das Stadion von Manchester City.Foto: Action Images/Reuters

Es ist eine Aussage von großem Gewicht, die der argentinische Angreifer Agüero da in einem Interview in die Welt schleuderte. Die Mehrheit der Spieler in der Premier League fürchte eine avisierte Wiederaufnahme des Spielbetriebs in diesem Monat, sagte der Fußballprofi von Manchester City. Er selbst habe Angst, viele seiner Kollegen hätten Angst. Das ist in Zeiten, in denen das Coronavirus noch nicht besiegt ist, allzu menschlich. Und wenn ein Arbeitnehmer um seine Gesundheit fürchtet, sollte dies sein Arbeitgeber durchaus ernst nehmen.

In Frankreich haben sie am Donnerstag die Saison in der Ligue 1 für beendet erklärt, in den Niederlanden hatten sie die Eredivisie schon vorher in die Sommerpause geschickt. In England dagegen diskutieren sie am Donnerstag über eine Fortsetzung, in Deutschland könnte der Weg für Geisterspiele schon kommende Woche geebnet sein. Dann würde der Ball in der Bundesliga wieder rollen, eingerahmt von erheblichen medizinischen Maßnahmen und Kontrollen.

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Doch was hilft alle medizinische Vorsicht, wenn den Hauptdarstellern immer noch unwohl dabei ist? Sollen Menschen so Fußball spielen und wer will diesen Angst-Fußball sehen? Oder sollen die Profis angesichts ihrer fürstlichen Entlohnung mal ganz ruhig sein? Wer auf einer Bohrinsel arbeitet, der hat ja schließlich auch einen Risikoberuf und bekommt daher seine Gefahrenzulage.

Es lässt sich in beide Richtungen diskutieren. Oder eben auch mit Vernunft argumentieren, wie es Glenn Murray, wie Agüero ein erfahrener Premier-League-Profi (Brighton & Hove Albion), jetzt in einem BBC-Interview getan hat. Murray versteht den Wunsch vieler, dass der Ball wieder rollt. Aber warum könne das nicht zu einem Zeitpunkt geschehen, an dem die Menschen wieder sicherer sind als jetzt, hat er gesagt.

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