• Gabor Kiraly vor dem Traditionsmasters in Berlin: „Ich glaube, ich habe alles im Fußball erlebt“

Gabor Kiraly vor dem Traditionsmasters in Berlin : „Ich glaube, ich habe alles im Fußball erlebt“

Vor dem Traditionsmasters in Berlin spricht Gabor Kiraly über Jogginghosen, den von ihm gegründeten Kiraly FC und die aktuelle Situation bei Hertha BSC.

Voller Einsatz. Gabor Kiraly ist für Hertha BSC beim Traditionsmasters dabei.
Voller Einsatz. Gabor Kiraly ist für Hertha BSC beim Traditionsmasters dabei.Foto: dpa

Gabor Kiraly stand von 1997 bis 2004 in 252 Pflichtspielen für Hertha BSC zwischen den Pfosten. Er beendete erst im vergangenen Sommer in Ungarn seine Karriere. Am Wochenende (Samstag ab 16.30 Uhr, Sonntag ab 13 Uhr) hütet er beim Traditionsmasters in der Max-Schmeling-Halle das Tor der Herthaner, für die unter anderem auch Pal Dardai aufläuft. Aus Berlin nehmen außerdem der 1. FC Union und erstmals Tennis Borussia teil. Wir haben vor dem Turnier mit Kiraly gesprochen.

Herr Kiraly, Sie sind am Wochenende zum zweiten Mal beim Traditionsmasters dabei. Wie groß ist die Vorfreude, zahlreiche ehemalige Mitspieler und auch Gegenspieler wiederzusehen?
Fußball macht immer Spaß. Und bei Spaß dabei zu sein, ist immer schön – besonders mit alten Kollegen und Gegnern.

Auf wen freuen Sie sich besonders?
Mehrere Stürmer, unter anderem Ulf Kirsten von Bayer Leverkusen. Mit ihm hatte ich viele Zweikämpfe. Ich habe mit 1860 München aber auch mehrmals gegen Union Berlin gespielt, einige Freistöße von Torsten Mattuschka gehalten. Ich freue mich auf jedes Spiel.

Haben Sie zu einigen der ehemaligen Herthaner noch Kontakt?
Ja, natürlich. Mein eigener Verein Kiraly FC, den ich vor 13 Jahren gegründet habe, hat eine Zusammenarbeit mit der Hertha-Akademie. Und dort sind einige von meinen ehemaligen Mitspielern Trainer. Die habe ich oft getroffen. Ich fliege oft nach Berlin, London oder München und treffe Ex-Kollegen.

Haben Sie schon die passende Jogginghose fürs Wochenende rausgelegt?
Ja, das habe ich schon vorbereitet. Einfach eine graue Jogginghose von meiner eigenen Marke natürlich. Ich habe ja schon seit vielen Jahren die Kiraly-Marke. Das ist der gleiche Schnitt und die gleiche Qualität wie immer.

Sie haben im Sommer ihre Karriere in Ungarn beendet. Mit 43 Jahren sind manch andere Spieler vom Wochenende schon seit Jahren in Rente. Wie haben Sie es geschafft, sich so lange so fit zu halten? Woher kommt ihre Motivation?
Ich denke, ich habe gute Gene. Und ich habe mich viel gedehnt in meiner Karriere – so hatte ich wenige Muskelverletzungen in meiner Karriere. Ich wollte immer mehr erreichen und mir gesagt: Ich spiele so lange, wie ich kann. So habe ich es bis 43 geschafft. Natürlich musste ich den Körper weiterpflegen. Ich war immer motiviert, habe immer nach vorne geschaut in 26 Jahren Profikarriere.

Lange her. Gabor Kiraly spielte zwischen 1997 und 2004 für Hertha BSC – gemeinsam mit Alexander Madlung.
Lange her. Gabor Kiraly spielte zwischen 1997 und 2004 für Hertha BSC – gemeinsam mit Alexander Madlung.Foto: dpa

Sind Sie schon wehmütig, dass die Karriere vorbei ist?
Nein. Ich glaube, ich habe alles im Fußball erlebt. Ich genieße mein anderes Leben, habe vor 16 Jahren ein Sportzentrum aufgebaut und parallel zum Fußball geführt. Mein Fokus liegt jetzt auf meinem Verein mit seinen 22 Trainern und 250 Kindern.

Sie betreiben neben dem Sportzentrum auch ein Reha-Zentrum und einen Fanshop. Langweilig dürfte Ihnen nicht werden, oder?
Sicherlich nicht, aber ich habe die Zeit nach meiner Karriere auch schon lange vorbereitet. Ich hätte natürlich nie gedacht, dass meine Karriere so lange dauern würde – deshalb habe ich ja auch schon vor 16 Jahren angefangen. Ich habe mir etwas aufgebaut, womit ich für den Fußball mehr erreichen kann.

Verfolgen Sie denn das Geschehen in Berlin von Ungarn aus? Dort tut sich derzeit einiges, mit dem Einstieg von Investor Lars Windhorst und Jürgen Klinsmann.
Ja, ich verfolge das als Fan. Ich war beim Spiel gegen Borussia Dortmund im Stadion und auch als der Trainertausch danach kam, war ich noch in Berlin – für eine Hospitation mit dem Kiraly FC bei Hertha BSC. Ich habe auch das erste Training mit Jürgen Klinsmann gesehen. Ich kenne die Situation, aber wie jeder andere auch.

Wie sehen Sie die Entwicklungen?
Ich denke, am Ende zählen die Ergebnisse. Dafür gibt es viele Strategien, die passen müssen. Ich drücke Hertha BSC die Daumen.

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