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Galopprennen in Epsom : Das härteste Derby der Welt

Im englischen Epsom messen sich dieses Wochenende die besten Galopper der Welt - ein deutscher Hengst macht gleich zu Beginn eine gute Figur.

Ulrich Nickesen
Schnell wie. Hengst Windstoß ist deutscher Favorit am Freitag.
Schnell wie. Hengst Windstoß ist deutscher Favorit am Freitag.Foto: Gateau/dpa

Am Wochenende herrscht in Epsom, einer kleinen Vorstadt Londons, wieder Ausnahmezustand – wie in jedem Jahr, wenn das zweitägige Derby-Meeting ansteht. Mehr als 100 000 Zuschauer werden am Samstag auf der Pferderennbahn erwartet, auf der das Derby 1780 zum ersten Mal ausgetragen wurde. Die Veranstaltung ist nicht nur ein beliebiges Pferderennen, sondern die Prüfung, die ein Vollblüter nur einmal im Leben im Alter von drei Jahren gewinnen kann. Und um dieses Ziel zu erreichen, gibt es kaum einen härteren Test als das Epsom Derby.

Der Grund dafür ist die Linienführung der 2423 Meter langen Bahn: Nach dem Start beginnt relativ schnell der allmähliche und kontinuierliche Anstieg bis zum höchsten Punkt der Bahn,dem berüchtigten Hügel Tattenham Hill. Nach dem Abstieg bedeutet hier allerdings vor dem nächsten Anstieg, denn auf den letzten 200 Metern steigt die Bahn wieder kontinuierlich bis zum Erreichen des Zielpfostens an. Für den Sieg im Epsom Derby werden also extremes Stehvermögen und Geschwindigkeit vorausgesetzt.

Voraussetzungen, die in diesem Jahr vor allem der von Aidan O’Brien trainierte Saxon Warrior zu erfüllen scheint. Der irische Erfolgstrainer, der für einen der größten Vollblutställe der Welt arbeitet, den Coolmore Stud, würde damit bereits sein siebtes Derby gewinnen. In der mit 1,88 Millionen Euro dotierten Prüfung wird die Nummer eins der Jockeys, Ryan-Lee Moore, den Favoriten reiten; von den 12 Startern wird die Hälfte allein vom irischen Ausnahmetrainer betreut

Zum Auftakt des Meetings in Epsom zeigte der von Markus Klug in Köln-Heumar für das Gestüt Rottgen trainierte 4-jährige Hengst Windstoß als Dritter eine beeindruckende Leistung im mit 420 000 Pfund dotierten Coronation Cup. Der von Jockey Adrie de Vries fast das ganze Rennen an letzter Stelle gehaltene Windstoß musste nach einem imponierenden Schlussspurt nur den zur Zeit für unschlagbar gehaltenen Favoriten Cracksman unter Starjockey Lanfranco Dettori und den Riesenaußenseiter Salouen unter Jockey Silvestre de Sousa vor sich dulden, ließ aber mit Hawkbill und Idaho zwei herausragende Vollblüter hinter sich.

Am Sonntag treffen sich die meisten Jockeys dann schon wieder in Frankreich, wo in Chantilly das mit 1,5 Millionen Euro dotierte Französische Derby ansteht. In Deutschland muss man sich noch bis zum 8. Juli in Hamburg-Horn gedulden, an dem das mit 650 000 Euro höchstdotierte deutsche Galopprennen gelaufen wird.

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