Sport : Gegen Ullrich wird weiter ermittelt

Verfahrensende in Spanien ohne Folgen

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Madrid - Der des Dopings verdächtigte Jan Ullrich hat auch nach dem Ermittlungsstopp der spanischen Justizbehörden in der Affäre um den Madrider Mediziner Eufemiano Fuentes mit Konsequenzen zu rechnen. „Der Fall Ullrich bei der Bonner Staatsanwaltschaft, die gegen ihn wegen Betrugs zum Nachteil seines früheren Arbeitgebers T-Mobile ermittelt, ist dadurch nicht tangiert. Das Rechtshilfeverfahren zwischen der deutschen und der spanischen Justiz läuft weiter, und das Ullrich zugerechnete Blut kann abgeglichen werden“, sagte der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner.

Auch der Präsident des Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, der am Freitag ein ehrgeiziges Anti-Doping-Programm in Paris vorgestellt hatte, kündigte sportrechtliche Konsequenzen an: „Für die verdächtigten Fahrer ist es noch nicht vorbei.“ Mehr als 50 Radprofis, unter ihnen Ullrich und der längst wieder aktive Sieger des Giro d’Italia, Ivan Basso, sollen Kontakt mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Fuentes gehabt haben. Die spanischen Behörden, die die Sportwelt mit ihren nun im Sande verlaufenen Ermittlungen zehn Monate in Atem hielten, verwiesen ausdrücklich darauf, dass die Sportverbände einen Teil der Ermittlungsergebnisse der Guardia Civil – bis auf abgehörte Telefonate etwa – nutzen können. Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ lehnte die Bonner Staatsanwaltschaft ein Angebot der Rechtsanwälte des vor 14 Tagen zurückgetretenen Olympiasiegers Ullrich ab, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldsumme einzustellen.

Der in Spanien zuständige Untersuchungsrichter Antonio Serrano hatte den Fall nach Presseberichten vom Samstag zu den Akten gelegt, weil Doping in Spanien noch nicht strafbar war, als die „Operación Puerto“ (Operation Bergpass) am 23. Mai 2006 vorgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft kündigte Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrens ein, die einem Freispruch für Fuentes und sieben weitere Beschuldigten gleichkommt. Die verdächtigten Radprofis waren ohnehin nur als Zeugen geladen. dpa

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