Global Champions Tour in Berlin : Hoher Promifaktor

Die Weltelite der Springreiter misst sich bei der Global Champions Tour in Berlin.

Kristina Smirnov
Hoch zu Ross. Jennifer Gates ist auf dem Pferd nicht Weltspitze.
Hoch zu Ross. Jennifer Gates ist auf dem Pferd nicht Weltspitze.Foto: dpa

Berlin - Gates und Bloomberg – im Sommergarten unter dem Funkturm ist der Promifaktor an diesem Wochenende hoch. Zumindest nominell. Denn Bill oder Michael werden die Fans bei der Global Champions Tour der Springreiter dann doch nicht erleben. Dafür aber zumindest deren Töchter. Jennifer Gates und Georgina Bloomberg reiten beim Fünf-Sterne-Turnier auf dem Messegelände von Freitag bis Sonntag um rund eine Million Euro Preisgeld.

Wobei der große Name nicht immer automatisch mit großem Erfolg im Sattel einhergeht. Georgina Bloomberg beispielsweise startet für das Team New York Empire, finanziert wird es von ihrem Vater Michael, dem früheren Bürgermeister von New York. Etwa zwei Millionen Euro kostet die Lizenz für eine Reiter-Equipe. Kleingeld für die Superreichen, die ihren Kindern damit einen kleinen Zeitvertreib finanzieren. Sportlich hinkt New York Empire allerdings hinterher, unter 16 Teams belegt die Mannschaft nach zwölf Etappen der diesjährigen Global Champions Tour aktuell Rang zwölf. Und auch in der Einzelwertung sind die Prominenten weit davon entfernt Spitzenränge einzunehmen. In der Preisgeldrangliste für diese Saison sind die Namen Bloomberg, Springsteen und Gates auf den Positionen 81, 84 und 106 zu finden – mit einer gemeinsamen Gewinnsumme von rund 36 000 Euro.

Zum Vergleich: Der führende Belgier Pieter Devos hat 2019 allein bereits knapp 400 000 Euro an Preisgeld kassiert und Deutschlands Bester, Daniel Deußer, liegt als Gesamtsiebter auch noch bei 175 000 Euro Einnahmen. Nach Punkten ist Deußer sogar Dritter und möchte diesen Platz in Berlin nach Möglichkeit verteidigen. Der 37-Jährige geht am Wochenende mit Siegambitionen auf den Parcours. Gleiches gilt für Christian Ahlmann. Der gewann unterm Funkturm insgesamt schon drei Prüfungen, 2017 auch beim Championat von Berlin, dem Höhepunkt der Veranstaltung.

Seit mittlerweile zwei Jahren gehört das Berliner Turnier zur Global Champions Tour. Diese zählt zur höchstdotieren Springreiter-Serie der Welt und in Deutschland hinter dem Chio in Aachen, sowie dem Deutschen Spring- und Dressur Derby in Hamburg auf Platz drei.

Trotzdem sind nicht alle deutschen Topreiter in Berlin dabei, Simone Blum und Philipp Weishaupt fehlen beispielsweise. Blums Stute Alice wird nach den vergangenen Prüfungen in Aachen für die anstehende Europameisterschaft vorerst geschont. Weishaupts Absage hängt mit einem Sturz und einer dabei erlittenen leichten Prellung des Steißbeins zusammen. Das Feld in Berlin ist dennoch stark besetzt. Unter den Teilnehmern befinden sich Olympiasieger, Europameister, Weltmeister und Weltcupsieger.

Neben etablierten Spitzenreitern, die ihr Können unter Beweis stellen werden, erhalten erstmals auch Nachwuchsreitertalente aus der Region die Chance sich in einem Ein-Sterne-Turnier zu messen. „Sie können Turnierluft schnuppern und internationale Wettkampferfahrung sammeln“, sagte Organisationschef Volker Wulff. Das sei für die jungen Springreiter für ihre Weiterentwicklung in dieser Sportart von großer Bedeutung. Für die Zukunft habe man sogar das Ziel, eine regionale Turnierserie einzuführen – bekannte Namen würden dabei sicherlich auch nicht schaden. Kristina Smirnov

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