Global Champions Tour : Warum Pferde Abkühlung nötig haben

Bei der Global Champions Tour in Berlin trotzen Reiter und vor allem Pferde der Hitze. Für manche Vierbeiner sind solche Bedingungen eine Qual.

Kristina Smirnov
Daniel Deußer und „Cornet“ im Kampf mit den Elementen. Bei heißen Temperaturen muss der Vierbeiner nach dem Springen heruntergekühlt werden.
Daniel Deußer und „Cornet“ im Kampf mit den Elementen. Bei heißen Temperaturen muss der Vierbeiner nach dem Springen...Foto: dpa

Mit einem Kaltgetränk in der Hand machten es sich die pferdesportbegeisterten Fans auf dem Rasen im Sommergarten des Messegeländes gemütlich. Die Blicke schweiften auf den aufgebauten Pferdeparcours, vor dem ein bedrucktes, nachgestelltes Konstrukt des Berliner Brandenburger Tors unter strahlend blauem Himmel ragte. Trotz heißer Sommertemperaturen ließ sich das Publikum bereits am Freitagmorgen das hochklassig besetzte, internationale Springreitturnier im Rahmen der Global Champions Tour nicht entgehen.

Schon die Vorfreude auf das Eröffnungsspringen war den Zuschauern deutlich anzumerken. Sie fotografierten sich vor der imponierenden Kulisse des Wettkampfgeländes, bevor sie sich wieder auf die Tribünen zurückzogen oder sich im Schatten auf einer ausgebreiteten Decke auf der Wiese niederließen, um sich vor der Sonne und den Temperaturen zu schützen. Auf einem weniger heißen Plätzchen konnten die Zuschauer den ersten Sieger des Eröffnungsspringens Maikel van der Vleuten mit seinem Pferd Arera C aus den Niederlanden feiern und ihn auf seiner Siegerrunde bejubeln.

Die Sommerhitze war dem Tier und dem Reiter aber kaum anzumerken. Denn die optimale Wohlfühltemperatur eines Pferdes liegt zwischen minus sieben Grad Celsius bei trockener Kälte und plus 25 Grad Celsius. Zwar können die Pferde mit der Hitze meist besser umgehen als Menschen, aber auch für sie kann die warme Luft zur Qual werden.

Pferderassen aus dem Norden haben es schwer

Unter den heißen Sonnenstrahlen leiden besonders Pferderassen, die aus dem Norden stammen: Islandpferde oder Fjordpferde. Vierbeiner, die ein dunkles Fell haben, absorbieren die Sonnenstrahlen stärker und heizen sich somit schneller auf. Daher ist es gerade bei solch hohen Temperaturen wie in den vergangenen Sommertagen wichtig, das Wohlergehen der Pferde sicherzustellen – auch bei der Global Champions Tour in Berlin.

Der Parcours im Sommergarten ist im Vergleich zu anderen Veranstaltungsorten eher kleiner, die Distanzen zwischen den Hindernissen sind deutlich geringer und die Sprünge erfolgen schneller. So muss auch der Reiter auf die Atmung seines Schützlings genau achten. Der eigentliche Wettkampf spielt sich zwar nur binnen einer Minute ab, allerdings muss der Weg zum Wettbewerb mitberechnet werden. Doch für das Wohl der Pferde hat der Veranstalter gesorgt. Die Vierbeiner sind bei diesem Springreitturnier allesamt in einer klimatisierten Umgebung untergebracht. In der Messehalle 25 befinden sich auch Trainings- und Vorbereitungsplatz.

Der deutsche Springreiter Daniel Deußer lobte die optimalen Bedingungen für seine Pferde. „Wir haben bei diesen Temperaturen das beste Turnier erwischt. Wir sind nur fünf bis sieben Minuten in der Hitze, danach können wir wieder in die Halle zurückkehren und können in Ruhe gekühlt abreiten“, sagte Deußer. Somit seien die Voraussetzungen sehr angenehm für Pferd und Reiter.

Deußer, der Zweitplatzierte beim Großen Preis von Aachen in der vergangenen Woche, musste sich am ersten Turniertag hinter seinem Nationalmannschaftskollegen Christian Ahlmann (Fünfter) mit dem siebten Platz zufrieden geben. Am Samstagnachmittag ging wiederum Ahlmann als Favorit in die Hauptprüfung des Grand Prix. Doch den Sieg holte sich ein anderer: Dani G. Waldmann aus Israel vor Ludger Beerbaum und eben Ahlmann, der nach dem Sieg 2017 und dem zweiten Platz 2018 erneut erfolgreich war in Berlin.

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