Die spanische Wirtschaftskrise schlägt auch in der Formel 1 voll durch

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Grand Prix in Valencia : Fernando Alonso: Der rasende Seelentröster
Karin Sturm

Mehr Gedanken macht sich Alonso, der Weltmeister von 2005 und 2006, über die wirtschaftliche Lage in Spanien. Die Krise ist überall zu spüren und zu sehen. „Wir sind traurig und machen uns Sorgen“, sagte Alonso. Allerdings versucht er auch, die Formel 1 aus dem Thema herauszunehmen. „Wir betreiben eine komplett andere Geschichte: nämlich Sport. Wir haben eine tolle Veranstaltung in einer Stadt, die vielen Millionen TV-Zuschauern in aller Welt gezeigt wird. Das ist eine klasse Publicity. Wenn wir jetzt Sportveranstaltungen infrage stellen, dann hilft das nichts. Dann müssten wir auch fragen, weshalb in Polen und in der Ukraine die Fußball-EM ausgerichtet wird oder weshalb die Olympischen Spiele veranstaltet werden.“

Das sehen in Valencia freilich nicht alle so. Eine Protestgruppe, die sich vor allem aus Kostengründen gegen die Austragung des Rennens in der Stadt ausspricht, überreichte Alonso eine entsprechende Unterschriftenliste. Motto: „Es ist ja toll, wenn du für Spanien Siege einfährst, aber muss dafür wirklich hier in einer Zeit Geld ausgegeben werden, in der es für öffentliche Einrichtungen wie Schulen an allen Ecken und Enden fehlt und die Arbeitslosigkeit immer weiter steigt?“

Tatsächlich ist es alles andere als sicher, dass es diesen Grand Prix, der 2012 zum fünften Mal stattfindet, auch weiter geben wird. Die spanische Wirtschaftskrise schlägt schließlich auch hier voll durch. 2008, bei der Premiere, kamen noch 112 000 Zuschauer, in diesem Jahr wären die Organisatoren schon froh, wenn sie auf 45 000 kämen. Die teilweise horrend teuren Tickets können sich viele Fans einfach nicht mehr leisten.

Auch die offizielle politische Opposition in der Stadt ist gegen das Rennen und will das Geld lieber in dringend notwendige Sozialprojekte stecken, als Formel-1-Chef Bernie Ecclestone die Taschen zu füllen. Es gibt schon Überlegungen, abwechselnd in Valencia und in Barcelona zu fahren, jedes Jahr also nur ein Rennen in Spanien, mit alternierenden Orten. Möglich ist aber auch, dass Valencia ganz aus dem Rennkalender fliegt. Wenn die Rendite nicht stimmt, reagiert Ecclestone ganz schnell.

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