Große Verletzungssorgen : Die Eisbären dürfen nicht weinen

Bei den Eisbären Berlin kommt derzeit alles zusammen. Für das Auswärtsspiel beim Tabellenletzten in Wolfsburg fällt auch noch James Sheppard aus.

James Sheppard (r.) musste in Mannheim verletzt vom Eis.
James Sheppard (r.) musste in Mannheim verletzt vom Eis.Foto: Uwe Anspach/dpa

Normalerweise ist James Sheppard auf dem Eis gut auszumachen. Denn der Eisbären-Stürmer trägt einen roten Helm, der ihn als Topscorer seiner Mannschaft ausweist. Zwölf Tore und 18 Vorlagen hat der 30-jährige Kanadier in dieser Saison für die Berliner beigesteuert, offensiv ist er damit der wertvollste Spieler im Team. Am Sonntag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg (14 Uhr/live bei Magentasport) wird Sheppard allerdings keinen roten Helm tragen, er wird vermutlich nicht einmal in der Halle sein, wenn seine Kollegen beim Tabellenletzten versuchen, endlich mal wieder drei Punkte zu holen.

Sheppard, der bisher als einer von nur fünf Profis alle 38 Saisonspiele für die Eisbären bestritten hat, muss nach dem Foul von Mannheims David Wolf beim 2:6 am Donnerstag passen – möglicherweise hat er sich nach dem Ellbogencheck gegen seinen Kopf doch schwerer verletzt. Für die offensiv zuletzt eher harmlosen Berliner ist das ein herber Verlust, schon bei der Niederlage gegen die Adler brachen sie nach dem Ausscheiden Sheppards auseinander.

Es kommt alles zusammen

Im Moment kommt bei den Eisbären einfach alles zusammen. Die Entlassung von Trainer Clement Jodoin hatte sportlich keinerlei positiven Effekt. Nachfolger Stéphane Richer hat in seinen neun Spielen nur neun Punkte geholt – schlechter waren in diesem Zeitraum in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nur Iserlohn und Nürnberg, wobei die Ice Tigers ihre sechs Punkte seit Richers Amtsübernahme in nur sechs Spielen holten.

In Wolfsburg sollen nun aber unbedingt wieder ein paar Zähler hinzukommen. Dabei müssen wohl erneut etliche Youngster mithelfen, sofern die nach zwei Spielen am Donnerstag (für Berlin) und Freitag (für Weißwasser) noch die Kraft dafür aufbringen können. Eine große Wahl hat Richer allerdings nicht, denn neben den üblichen Langzeitverletzten und Sheppard fällt auch der erkrankte Martin Buchwieser weiter aus. „Das geht für uns im Moment ein bisschen an die Substanz“, hatte Richer angesichts von acht Ausfällen schon nach dem Mannheim-Spiel erklärt.

Niederlagen gegen den Vorletzten und Letzten

Trotzdem sollte bei den Grizzlys etwas zu holen sein, die nach sechs Niederlagen in Serie und einer deutlichen 0:5-Heimniederlage gegen Nürnberg am Freitagabend auf Platz 14 von 14 DEL-Teams abgerutscht sind. Aber bei den Eisbären ist in dieser Saison nichts wirklich sicher, kürzlich brachten sie das Kunststück fertig in eigener Halle nacheinander gegen den Vorletzten und Letzten zu verlieren. Auch deswegen ist das Ziel, wenigstens noch Platz sechs nach der Hauptrunde zu erreichen, in einigermaßen weite Ferne gerückt.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben