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Halbfinale bei den ATP-Finals : Djokovic und Federer sollten Alexander Zverev eine Warnung sein

Die Titelverteidigung bei den ATP-Finals ist für Zverev weiter möglich. Nur wartet im Halbfinale nun der bislang überzeugendste Spieler von London.

Kämpft sich durch. Alexander Zverev kommt der Titelverteidigung bei den ATP-Finals näher.
Kämpft sich durch. Alexander Zverev kommt der Titelverteidigung bei den ATP-Finals näher.Foto: Alastair Grant/dpa

Vorjahressieger Alexander Zverev geht mit großem Respekt in das Halbfinale der ATP-WM gegen den Österreicher Dominic Thiem. „Er hat hier Novak und Roger geschlagen, das ist auf diesem Belag eine unglaubliche Leistung“, sagte der 22 Jahre alte Hamburger vor dem Duell mit dem French-Open-Finalisten am Samstag (21.00 Uhr). Thiem stand bei dem Saisonabschluss der besten acht Tennisprofis des Jahres schon nach den ersten beiden Vorrundenspielen und den Erfolgen gegen Novak Djokovic und Roger Federer als Gruppensieger fest.

„Er ist momentan einer der besten Spieler der Welt und spielt unglaubliches Tennis. Das wird ein sehr schweres Match“, sagte Zverev am Freitagabend, als er durch ein 6:4, 7:6 (7:4) gegen den Russen Daniil Medwedew als vierter und letzter Spieler das Halbfinale komplettiert hatte. Durch Zverevs Erfolg schied einen Tag nach Djokovic auch der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal aus.

Nervenstark und ohne Mitleid mit der Nummer eins der Tennis-Welt hatte sich Zverev am Freitagabend gezeigt: Gleich im ersten Spiel nahm Zverev seinem Gegenüber auf der anderen Seite des Netzes den Aufschlag ab, führte schnell 3:0 und entschied nach 33 Minuten den ersten Satz für sich. Das Abendprogramm war diesmal von eher mäßigem Unterhaltungswert. Den längsten Szenenapplaus erntete ein Linienrichter, der bei einem Aufschlag Medwedews neben die Linie erst „Out“ rief und dann in einer blitzschnellen Reaktion den Arm ausfuhr und den Ball auffing.

Fünfmal standen sich Zverev und Medwedew bereits gegenüber, viermal hieß der Sieger Zverev. Das jüngste Aufeinandertreffen im Endspiel von Shanghai vor gut einem Monat jedoch hatte Zverev so eindeutig verloren, dass er trotz der ausweglosen Situation für Medwedew nicht zwingend als Favorit galt. Doch ohne wirklich spielerisch zu glänzen, reichte Zverev ein unaufgeregter und solider Auftritt zum Sieg.

Im direkten Vergleich mit Thiem liegt Zverev 2:5 hinten, das letzte Aufeinandertreffen liegt allerdings schon anderthalb Jahre zurück. Im Viertelfinale der French Open verlor Zverev 2018 glatt in drei Sätzen. Nach seinem wechselhaften Jahr mit sportlichen Rückschlägen und Problemen außerhalb des Platzes wertete Zverev das Weiterkommen in der Gruppe mit Tsitsipas, Nadal (den er in seinem ersten Match überzeugend 6:2, 6:4 bezwang) und Medwedew bereits als Erfolg. „Ich bin unglaublich froh, dass ich im Halbfinale bin“, sagte er.

Und auf die Tatsache, dass erstmals seit Jahrzehnten in Federer, Thiem und Tsitsipas drei Spieler mit einer einhändigen Rückhand im Halbfinale stehen, entgegnete Zverev schlagfertig: „Ich hoffe, dass derjenige mit der beidhändigen Rückhand das Turnier gewinnt.“ Das erste Halbfinale am Samstag (15.00 Uhr) bestreiten der 38 Jahre alte sechsmalige Turniersieger und Djokovic-Bezwinger Roger Federer aus der Schweiz und der 17 Jahre jüngere Grieche Stefanos Tsitsipas. (Tsp/dpa)

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