• Halbfinale im DFB-Pokal : Frankfurt, Schalke, Bayern und Bayer: die größten Duelle

Halbfinale im DFB-Pokal : Frankfurt, Schalke, Bayern und Bayer: die größten Duelle

Im DFB-Pokal-Halbfinale treffen Bayer und Bayern sowie Schalke und Frankfurt aufeinander. Wir schauen auf die größten Duelle dieser vier Mannschaften im Wettbewerb.

Henrik Hoelzmann Jakob Lindwedel Steven Wiesner
Bayerns James Rodriguez (l) und Wendell von Leverkusen bei einem Duell um den Ball am 18. Spieltag.
Bayerns James Rodriguez (l) und Wendell von Leverkusen bei einem Duell um den Ball am 18. Spieltag.Foto: Bernd Thissen/dpa

Rekorde sind sie bei den Rekord-Bayern gewohnt. Es überrascht daher kaum, dass bislang kein Team so oft im DFB-Pokal-Halbfinale stand wie die Münchner (28 Teilnahmen). Aber auch Gegner Leverkusen (7), Schalke (17) und Eintracht Frankfurt (13) haben im Pokal schon Geschichte geschrieben – auch gegeneinander. Ein Überblick über die denkwürdigsten Duelle zwischen Bayer und Bayern sowie Schalke und Frankfurt.

9. August 1942, 2. Runde, Eintracht Frankfurt – Schalke 04 0:6

Als der DFB-Pokal noch gar nicht so heißt, treffen Frankfurt und Schalke das erste Mal im Pokal aufeinander. Im Tschammer-Pokal, benannt nach Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, verliert die Eintracht gegen Schalke 0:6. 18 000 Zuschauer sehen auf dem Kurhessenplatz in Kassel eine furiose zweite Hälfte der Königsblauen. Angeführt vom legendären Kapitän Ernst Kuzorra, trifft Schalke nach der Pause fünfmal. Eppenhoff, Kalwitzki, Burdenski, Kuzorra und Kempen (89.) heißen die Torschützen, in Hälfte eins hatte nur Kuzorra getroffen. Schalke steht im Achtelfinale – wie auch Blau-Weiß 90 Berlin (3:0 bei Fortuna Leipzig), der LSV Pütnitz (3:2 gegen Neufahrwasser) oder der Hamburger SV (2:0 bei Minerva Berlin). Im Finale verliert S04 gegen 1860 München vor 80 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 0:2.

8. Januar 1977, Achtelfinale, Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:2 n.V.

1977 gibt es noch keine Entscheidungen nach Elfmeterschießen. 11 000 Zuschauer im Parkstadion sehen deshalb keinen Sieger nach 120 Minuten. Schalkes 2:0-Führung nach Toren von Fichtel und Abramczik egalisieren Weidle und Trinklein. Der Tagesspiegel schreibt: „Im letzten Pflichtspiel ohne die gesperrten ,Skandalsünder‘ Rüßmann, Sobieray, Fischer und Lütkebohmert zeigte sich Im Pokal-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, dass man trotz des vielgerühmten ,Talentschuppens‘ in Gelsenkirchen eben doch nicht vier sogenannte Mannschaftsträger ersetzen kann, ohne dass es an die Substanz geht.“ Vor allem in der Verlängerung ist Frankfurt klar überlegen, schafft aber kein drittes Tor. Der Tagesspiegel resümiert: „Der Kassierer der Hessen wird gegen das zugkräftige Wiederholungsspiel im Waldstadion kaum etwas einzuwenden haben.“ Zumal die Eintracht am 25. Januar im heimischen Waldstadion vor 27 000 Zuschauer 4:3 gewinnt, obwohl die wegen des Bundesliga-Skandals sanktionierten Schalker Rüssmann, Fischer und Sobieray wieder mitwirken. Im Viertelfinale scheitert die Eintracht an Bayer Uerdingen (3:6 n.V.).

26. März 1985, Viertelfinale, Bayer Leverkusen – Bayern München 1:3

Seit 1935 wird der deutsche Pokal ausgespielt, das erste Duell zwischen Bayern und Bayer lässt aber ein halbes Jahrhundert auf sich warten. Im Münchner Team wirbelt Roland Wohlfarth, ein untersetzter wie unterschätzter Stürmer, für den Zeit seiner neun Jahre an der Säbener Straße eigentlich nur die Rolle des Reservisten vorgesehen ist. Trotzdem kommt Wohlfarth in seiner Bayern-Zeit auf 119 Tore – zwei davon im Pokal-Viertelfinale gegen Leverkusen. Für die Werkself verkürzt Bum-Kun Cha auf 1:2, ehe Mathy alles klar macht. Bayern muss sich Bayer dennoch beugen – im Finale gegen Bayer Uerdingen (1:2).

28. August 1987, 1. Runde, Eintracht Frankfurt – Schalke 04 3:2

Toni Schumacher tobte. Grund war das Kopfball-Tor von Eintracht-Joker Ralf Balzis zum 3:2. Schalkes Torwart kratzte den Ball mit den Füßen von der Linie, Schiri Mierswa hatte ihn aber hinter der Linie gesehen. „Beschiss! Jetzt verlieren wir schon durch Tore, die nicht reingehen“, schimpft Schumacher. Olaf Thon, der doppelt trifft, gleicht die frühe Eintracht-Führung aus. Dann wechselt Frankfurts Trainer Kalli Feldkamp Joker Balzis ein. 28 Sekunden später fällt das 3:2. Eine besondere Saison folgt: Frankfurt feiert am Ende den letzten seiner insgesamt vier DFB-Pokal-Titel, S04 steigt zum dritten Mal aus der Bundesliga ab.

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Tedesco: 'Mit breiter Brust ins Halbfinale gegen Frankfurt'
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17. Dezember 1997, Viertelfinale, Bayern München – Bayer Leverkusen 2:0

Drei Tore erzielt Ulf Kirsten, als Leverkusen gegen die Bayern in Unterzahl einen 0:2-Rückstand aufholt und das Ligaspiel 4:2 gewinnt. 18 Tage später folgt die Revanche im Pokal – und Kirsten fehlt. 12 000 Zuschauer im Olympiastadion jubeln über Tore von Nerlinger und Elber. Bayern holt im Endspiel gegen Duisburg zum neunten Mal den Pott. Es folgen neun weitere Pokaltriumphe bis heute – Rekord, na klar.

5. März 2003, Halbfinale, Bayern München – Bayer Leverkusen 3:1

„Unsere Spieler scheißen sich schon bei der Fahrt ins Stadion in die Hose“, sagte Bayer-Manager Calmund mal vor einem Auswärtsspiel in München. So auch 2003. Nach einer langweiligen ersten halben Stunde trifft Michael Ballack zum 1:0 für die Münchner. Ramelow gelingt nach 52 Minuten zwar der Ausgleich, doch Elber schnürt binnen zwei Minuten einen Doppelpack (57., 58.). Das war’s. Im Finale gewinnen die Bayern auch gegen Kaiserslautern 3:1.

25. Oktober 2005, 2. Runde, Eintracht Frankfurt – Schalke 04 6:0

Schalke, das bis heute fünfmal den Pokal gewann, erlebt ein „königsblaues“ Wunder. Es läuft die 72. Spielminute, als sich beim Stand von 4:0 für Frankfurt Schalkes Hamit Altintop mit Teamkollege Valera um die Ausführung eines Elfmeters streiten. Letztlich darf Valera neben das Tor schießen – eine Szene, die sinnbildlich für das Auftreten der Gelsenkirchener an diesem Tag steht. Schalkes Trainer Ralf Rangnick wettert: „Das hat mit Professionalität nichts zu tun!“ Nach 90 Minuten heißt es 6:0 für Frankfurt, das auf dem weiteren Weg ins Finale auch den 1. FC Nürnberg, 1860 München und Arminia Bielefeld ausschaltet. Im Endspiel unterliegt die SGE den Bayern mit 0:1.

4. März 2009, Viertelfinale, Bayer Leverkusen – Bayern München 4:2

Der FC Bayern war eine Nummer zu groß für Jürgen Klinsmann. Als dieser 2008 die Münchner übernimmt, erklärt er, die Spieler auf ein neues Level hieven zu wollen. Das Double will er natürlich auch gewinnen. Am Ende wird Wolfsburg Meister und Klinsmann vorzeitig entlassen. das Pokal-Aus gegen Leverkusen erlebt Klinsmann aber noch auf der Bayern-Bank mit. Nach Toren von Barnetta (54.), Vidal (61.) und Helmes (70.) schießen ein 3:0 für die Heimelf heraus, Lucio (72.) und Klose (74.) verkürzen. Bayern drängt auf den Ausgleich, das letzte Wort aber hat Bayer. Kießling besorgt in der Nachspielzeit den 4:2-Endstand. Im Finale gegen Bremen (0:1) verpasst Bayer den zweiten Cupsieg nach 1993.

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