Handball-Bundesliga : Die Füchse Berlin sind jetzt stabil statt labil

Nach dem Aus im Pokal wollen die Füchse Berlin ihre gute Position in der Liga am Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach wahren.

Da geht es lang. Unter Petkovic hatten die Füchse kaum Ausrutscher.
Da geht es lang. Unter Petkovic hatten die Füchse kaum Ausrutscher.Foto: S. Stache/dpa

In diesen turbulenten und stressigen Tagen ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. „Wir spielen im Moment alle drei, vier Tage“, sagt Trainer Velimir Petkovic, „da muss ich manchmal schon in den Spielplan schauen, um zu wissen, wer der nächste Gegner ist.“ Beim Blick auf die Aufgabe an diesem Sonntag kommen jedenfalls keine sonderlich guten Erinnerungen bei den Füchsen Berlin auf; dann empfängt der Tabellenzweite der Bundesliga einen der großen Traditionsvereine des deutschen Handballs, den VfL Gummersbach (12.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle und live bei Sky). „Ich weiß noch genau, dass sie uns letztes Jahr ganz schön geärgert haben“, sagt Petkovic, „das wollen wir diesmal mit allen Mitteln verhindern, damit wir nicht wieder eine böse Überraschung erleben.“

Böse Überraschung ist fast noch untertrieben. Im letzten Heimspiel der Saison 2016/17 unterlagen die Berliner den damals wie heute abstiegsbedrohten Gummersbachern vor heimischer Kulisse mit 27:28, damit verspielten sie zugleich die letzte theoretische Chance auf eine etwaige Teilnahme an der Champions League. Gerade für Petkovic bedeutete das eine große Enttäuschung: Mit nunmehr 62 Jahren hat der Coach fast alles gesehen und erlebt, was sein Sport hergibt, Titel, Triumphe, Tränen – nur im wichtigsten und renommiertesten Europapokal war er noch nie als Trainer dabei.

"Wir wollen natürlich da oben bleiben"

Neun Monate später stehen die Chancen dafür so gut wie lange nicht; im Gegensatz zum Vorjahr haben es die Berliner weiterhin selbst in der Hand, ihre Spitzenposition zu verteidigen und am Saisonende unter den drei besten Teams einzulaufen. Auf ein offizielles Saisonziel haben sich Spieler und Trainer bisher zwar nicht verständigt. „Das macht einfach keinen Sinn, dafür ist es noch zu früh“, sagt Petkovic, „aber wir wollen natürlich da oben bleiben.“

Dass die Füchse überhaupt zum Spitzentrio gehören, hängt mit einer überaus positiven Entwicklung zusammen. „In meinem ersten Jahr war es eine Schwäche, dass wir oft gegen vermeintlich leichte Gegner Punkte gelassen haben, siehe Gummersbach“, sagt Petkovic. In dieser Saison haben die Füchse dagegen ausschließlich gegen Topteams verloren respektive unentschieden gespielt, nach 22 Bundesliga-Spieltagen weist das Konto lediglich acht Minuspunkte aus. „Petko hat ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass wir immer mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen“, sagt Torhüter Silvio Heinevetter. „Insgesamt sind wir in diesen Spielen viel stabiler geworden.“ Das wollen die Berliner auch am Sonntag gegen den VfL unter Beweis stellen.

Zudem kann Petkovic die Chance nutzen, einen künftigen Spieler genauer unter die Lupe zu nehmen: Im Moment trägt Simon Ernst noch das Gummersbacher Trikot, aber ab der kommenden Spielzeit wird der VfL-Kapitän dann für die Füchse aktiv sein.

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